zur Navigation springen

Grossenaspe : Storch Hans-Joachim soll zur Rettung seiner Art beitragen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Schwarzstorch wurde im Wildpark Eekholt aufgepäppelt und wird jetzt auf die Freiheit vorbereitet.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2015 | 12:00 Uhr

Grossenaspe | Ein seltener Vogel wird zurzeit im Wildpark Eekholt auf die Freiheit vorbereitet. Der Schwarzstorch, der auf den Namen Hans-Joachim hört, wurde in der Storchenstation des Parks in den vergangenen Monaten medizinisch behandelt und aufgepäppelt. Gestern nun wurde das Tier, nach einer letzten tierärztlichen Untersuchung von der Krankenstation in das Auswilderungsgehege im Moor verlegt.

„Wir können ihn jetzt mit gutem Gewissen in die Freiheit entlassen. Er hat gut an Gewicht zugelegt und auch sonst ist er gesund und munter“, erklärte die Eekholter Tierärztin, Dr. Elvira Freifrau von Schenck. Diese hatte entschieden, dass der Vogel zum Kräftesammeln über den Winter in Eekholt bleiben sollte. „Wenn wir ihn schon im September mit auf den Vogelzug gelassen hätten, wäre er mit Sicherheit in den Tod geflogen“, sagte sie.

„Der Storch soll sich jetzt in der Voliere in den kommenden zwei Wochen zwischen unseren Weißstorch-Zöglingen orientieren und eingewöhnen. Danach nehmen wir das Netzdach ab, und er kann sich nach seinem Gutdünken auf den Weg machen“, erklärte der Leiter der Tierpflege, André Rose, zum Prozedere.

Mit rund vier Kilogramm hat der Jungvogel jetzt ein normales Gewicht. Als ihn Hans Boldt aus Malente als Mitglied der Projektgruppe Seeadlerschutz allerdings im August in Sierhagen als Findelkind übernahm, sah es zunächst nicht gut aus. Der seltene Storch war stark unterernährt. Zudem war seine Verdauung nicht in Ordnung. Doch das alles ist jetzt überstanden. Frisch beringt wird Hans-Joachim jetzt hoffentlich die kleine Schar (rund 30 Tiere) der in Schleswig-Holstein sehr seltenen Schwarzstörche stärken. Von diesen wurden im vergangenen Jahr nur sieben Paare im Land gezählt. Allerdings brüteten sechs davon erfolgreich, sodass der Bestand der vergangenen Jahre ein wenig anstieg.

Dennoch wird der Storch weiterhin zu den Seltenheiten unter den Vogelarten im Land zählen. Denn der Lebensraum, den er braucht, ist schon besonders. Heimisch wird er nur in waldreichen Gegenden, in denen es auch Bäche oder Flüsse gibt. „Der Schwarzstorch ist ein sehr scheuer Vogel, der seinen Horst im hohen Geäst von Bäumen in Wäldern baut. Seine Ernährung besteht überwiegend aus Fisch. Ganz anders als der bekannte Weißstorch reagiert er außerdem sehr empfindlich auf jede Art von Störung“, erläuterte dazu Joachim Kock von der Arbeitsgemeinschaft Schwarzstorchschutz Schleswig-Holstein.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen