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Holsteinischer Courier

19. Oktober 2017 | 02:10 Uhr

Grossflecken : Stolperpflaster vor dem Aus?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

SPD und CDU plädieren für eine neue Pflasterung des ganzen Platzes.

von
erstellt am 17.Mai.2014 | 06:45 Uhr

Neumünster | Die Tage des Granitpflasters auf dem Großflecken scheinen gezählt: Fast 25 Jahre nach dem Umbau des zentralen Platzes streben SPD und CDU offenbar eine neue fußgängerfreundliche Pflasterung des gesamten Platzes an.

In der Ratsversammlung am 3. Juni will die SPD die Bedingungen für eine Umgestaltung des Platzes erfragen: Die Stadt soll die rechtlichen Voraussetzungen überprüfen und eine Kostenschätzung für einen Neupflasterung vorlegen.

Alle Anstrengungen, die Innenstadt attraktiver zu machen, würden ohne eine fußgängerfreundliche Pflasterung des Großfleckens kaum den gewünschten Erfolg bringen, begründete SPD-Fraktionschef Uwe Döring gestern den Vorstoß.

Auslöser der Initiative sind die Pläne der Stadt, das berüchtigte Stolperpflaster zumindest in einem Teilbereich am Eingang zur Lütjenstraße zu entschärfen (der Courier berichtete). Die Stadt hatte vorgeschlagen, die gefährlichen Fugen, die vor allem älteren Menschen, Müttern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern das Leben schwer machen, zunächst in einem kleinen Bereich im Zugang zur Holstenstraße mit einer Kunstharzfüllung zu entschärfen. Geschätzte Kosten: 125 000 Euro. Der Ansatz sei lobenswert, aber dennoch Flickschusterei, lehnt Döring den Verwaltungsvorschlag ab. Es gelte zu überprüfen, ob die große Lösung unter dem Strich nicht günstiger ausfalle als ständige Reparaturen.

Das sieht man in der CDU offenbar ganz ähnlich: „125 000 Euro für eine kleine Ecke, das kann ’s eigentlich nicht sein“, sagte etwa Helga Bühse, baupolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. „Wir investieren lieber in ein völlig neues Pflaster als in Verbesserungen in das bestehende Pflaster, die auf Dauer doch nur unzureichend wären“, so Bühse. Ihr CDU-Kollege im Bauausschuss Thomas Michaelis verweist auf den erhofften Gewinn für den Großflecken: „Eine Neupflasterung des Großfleckens könnte eine der rentabelsten Investitionen in der Stadtgeschichte werden.“ Bühse wie Michaelis unterstützen den SPD-Plan und kündigten gestern ihrerseits einen Vorstoß im Bauausschuss an, die geplante Teilsanierung an der Lütjenstraße zunächst auf Eis zu legen.

Über die Kosten für die neue Pflasterung wollte gestern weder SPD noch CDU spekulieren, sie dürften aber die Millionengrenze überschreiten.

Einem anderen Problem hoffen die Befürworter der Neupflasterung dagegen aus dem Weg gehen zu können: Bislang waren Vorschläge zum Austausch des Stolperpflasters auch am Veto des Hamburger Architekten Dieter Rogalla gescheitert, der das Urheberrecht für die Gestaltung des Platzes bis heute inne hat. Gravierende Änderungen am Gesamtbild des Platzes sind danach nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Architekten zulässig.

Döring zufolge dürfte das allerdings nur gelten, "wenn wir Rogallas Werk verändern, nicht wenn wir es ersetzen". Wichtig sei daher, „dass wir den gesamten Platz anfassen“.

Kommentar:

Weg mit den Stolperfallen!

Na, endlich! – Endlich gibt es einen  neuen Anlauf, das unselige Stolperpflaster  auf dem Großflecken in den Ruhestand zu schicken.  Das  extrem fußgängerfeindliche  Kopfsteinpflaster, das sich  Neumünster  Ende  der 80er-Jahre  geleistet hat,  ist wohl eines der  größten Hindernisse auf dem Weg,  dem Großflecken  als Zentrum der Stadt mehr  Attraktivität und Aufenthaltsqualität zu verleihen. Wer mag schon gerne Schaufenster gucken, wenn er dabei  übers Granit stolpert? So lassen sich keine neuen Kunden aus der Holsten-Galerie ins Stadtzentrum locken. Neues Pflaster für den Großflecken ist eigentlich keine Kür sondern Pflicht, wenn die Innenstadt   langfristig überleben will.

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