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Rinderauktion : Störte war diesmal der beste Bulle

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei der Rinderauktion in den Holstenhallen machen Züchter immer noch einen guten Schnitt.

Neumünster | Stefan Voß weiß, was die Kunden wollen. Er schnappt sich einen Striegel und legt noch letzte Hand an Störte, seinen 15-Monate alten Rinderbullen. „Das Auge kauft schließlich mit“, sagt der Züchter aus Nehms. Mit zwei Bullen ist er gestern zur monatlichen Auktion der Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) in die Holstenhallen gekommen.

Auf seinen Rotbunten ist er besonders stolz: „Das ist ein Guter, der gehört mit zu den Besten hier. Er ist schön kräftig und gut gebaut.“ Bevor der 610-Kilo-Koloss unter den Hammer kommt, muss er allerdings vor den Augen der Körkommission seine Zuchttauglichkeit beweisen. Günter Koch, einer der Prüfer, erklärt, worauf es bei den Tieren ankommt: „Ein guter Bulle muss breit und groß sein und vor allem auf einem guten Fundament stehen. Die Beine sollten also parallel sein und beim Laufen nicht Ausscheren. Denn das vererbt sich weiter.“

120 Tiere hat die Amtstierärztin von Neumünster untersucht, bevor sie die Auktion betreten haben. Der Aufwand für eine Auktion ist groß. „Aber die Beschicker erzielen hier bessere Preise als beim Abverkauf vom Hof. Und die Käufer haben den direkten Vergleich. Außerdem sind die Tiere versichert“, schildert Günter Koch weiter. Kommt es im Laufe der ersten sechs Wochen zu Deckungsproblemen, kann das Rind zurückgegeben werden. Ähnliches gilt für Nichtbefruchtung.

Züchter Torsten Ramm sitzt im Publikum und macht sich während der Körung Notizen. Er ist extra 300 Kilometer aus Mecklenburg-Vorpommern nach Neumünster gekommen. Er hat die Qual der Wahl, denn das Angebot ist gut: „Heute sind viele gute Bullen da. Ich will auf jeden Fall zwei kaufen.“ Auch er achtet besonders auf die Beine: „Entscheidend ist, wie sie laufen.“ Wichtig sei aber auch das Gemüt der Tiere, ruhige Tiere sind leichter zu handhaben, erläutert der Fachmann. Mastbullen haben daher ein kurzes Leben: „Die werden maximal zwei Jahre alt, danach werden sie gefährlich“, sagt Torsten Ramm. Die Tiere dienen dann der Fleischgewinnung. Auf den Teller kommen übrigens männliche und weibliche Tiere gleichermaßen.

Damit Rinder keine Gefahr für die Herde und die Menschen darstellen, wünschen sich die meisten Züchter hornlose Tiere. „Wir arbeiten an der Hornlosigkeit“, erklärt Günter Koch.

Gestriegelt und gekämmt verlässt Störte etwas unruhig seine Box. „Die Tiere sind aufgeregt, das ist alles neu für sie“, erklärt Stefan Voß, als er seinen Prachtbullen am Strick in die Auktionshalle führt. Der Züchter hatte den richtigen Riecher, er ist seinen Störte für 1800 Euro losgeworden und hat damit die höchste Verkaufssumme der Auktion erzielt.

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erstellt am 15.Apr.2016 | 08:45 Uhr

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