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Tierische Gäste : Störche aus Polen landen in Mittelholstein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

20 Paare sind in der Region eingetroffen – zwei weniger als im Vorjahr

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 18:10 Uhr

„Der Storch ist da!“ – solche aufgeregten Anrufe erhielt Peter Hildebrandt vom Naturschutzbund Nabu in den vergangenen Wochen reichlich. Insgesamt 20 Weißstorchpaare – zwei weniger als im Vorjahr – sind an ihren Bruthorsten in Neumünster und im Umland eingetroffen, die meisten von ihnen haben sich bereits gepaart. „Der Storch wird immer noch als Glücksbringer gesehen, dieser Glaube ist tief verwurzelt. Viele sind sehr stolz auf ,ihre‘ Störche und so froh, dass sie gleich zum Hörer greifen“, sagt der 70-Jährige, der sich seit über drei Jahrzehnten um die geschützten Zugvögel sorgt. Seit 1977 werden detaillierte Daten erfasst.

Rund 30 menschliche Storchen-„Mütter“ und -„Väter“ wachen mit Argusaugen über die Horste, etwa Landwirt Andreas Sötje in Großharrie: „Unser Storch ist schon seit einigen Jahren hier. Letztes Jahr haben er und sie vergeblich versucht, zu brüten. Doch sie scheint jetzt zu brüten, wir sind alle sehr gespannt.“ Was Hildebrandt staunen lässt, ist das frühe Eintreffen der Adebare. Bereits am 16. Februar traf der erste Storch auf Hof Weide bei Bimöhlen ein, ähnlich war es in Großharrie. „Großharrie ist nicht weit weg vom Wildpark Eekholt, der ist vermutlich von dort ausgebüxt. Auch der Storch auf Hof Weide ist wohl kein Zugvogel“, sagt Hildebrandt. In Bönebüttel kam der erste Storch am 25. Februar, in Einfeld trudelte der erste Storch am 27. Februar ein und musste lange warten: Erst Mitte März kam eine Partnerin. Weitere Standorte sind in Fiefharrie, Dätgen, Bargstedt, Langwedel, Gnutz, Ellerdorf, Brammer, Meezen, Aukrug-Homfeld, Heidmühlen, Bimöhlen, Hitzhusen, Weddelbrook und Großenaspe.

Durch genaue Beobachtung lässt sich meistens auch die Herkunft klären. Das Männchen in Schmalstede, das bereits 2013 den dortigen Horst besetzte, ist 2010 in Großharrie geboren. Mit viel Geduld erspähen die Storchenbeobachter mit einem starken Fernglas die Zahlen an den Beinringen.

Ein weiteres Phänomen ist der Zuzug aus dem Osten. Das Weibchen, das in Schmalstede landete, trägt einen blauen Zusatzring – das bedeutet: Herkunftsland ist Polen. Für das Männchen wurde die Wartezeit fast zu lang. Hildebrandt: „Er wurde kurzfristig in Blumenthal gesichtet, dann kam er am Mittwoch mit dem polnischen Weibchen zurück.“

Manchmal funkt es auch mal nicht: Als „unstet“ bezeichnet Hildebrandt ein Paar in Aukrug-Bünzen, das bisher nicht zusammengefunden hat. „Das Männchen kommt aus Polen. Vielleicht hat es das polnische Weibchen mitgebracht, und der Schmalsteder Storch hat es ihm abgeworben. Das ist aber reine Spekulation“, betont Hildebrandt. In Krogaspe wartet noch ein einsamer Storch, und an den neu hergerichteten Nisthilfen in Groß Kummerfeld und Wittorf hat noch kein Adebar Gefallen gefunden. Bis Anfang Mai sollten die letzten eingetrudelt sein, falls noch gebrütet werden soll. Geschätzter Schlüpftermin ist Ende Mai.

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