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Altonaer Strasse : Störbrücke spaltet die Wittorfer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Sanierung oder Neubau? – Politiker, Anlieger und Geschäftsleute diskutierten heftig im Stadtteilbeirat.

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2015 | 05:00 Uhr

Neumünster | Eine Unterschriftenliste, emotionale Diskussionen und eine Kampfabstimmung: Mehr als zwei Stunden bewegte die Störbrücke im Verlauf der Altonaer Straße am Dienstagabend über 50 Wittorfer bei der Stadtteilbeiratssitzung. Die entscheidende Frage: Soll das marode Bauwerk saniert oder abgerissen und neu gebaut werden? Am Ende setzten sich die vier CDU-Mitglieder um Stadtteilvorsteherin Sabine Krebs mit dem Votum für einen Neubau durch. Der Gegenantrag der SPD von Frank Matthiesen, zunächst auf ein Gesamtkonzept für die Altonaer Straße zu warten und dann die Planungen mit dem Ziel der Kostenreduzierung anzupassen, fiel durch.

„Wenn es bis Jahresende keine politische Entscheidung gibt, werde ich eine Sanierung für das nächste Jahr beauftragen. Ich habe dafür alle Genehmigungen und das Geld im Haushalt“, hatte zuvor Ralf-Joseph Schnittker, Fachdienstleiter Tiefbau, unmissverständlich klargestellt. Denn: „Die Stadt hat eine Verkehrssicherungspflicht.“ Zwar könne die Brücke abhängig von der Witterung noch fünf bis 15 Jahre halten. „Wird der nächste Winter aber wieder hart und dringt weiter Streusalz in das Bauwerk ein, können irreparable Schäden entstehen. Dann gibt es keine Optionen mehr, es muss saniert werden“, so Schnittker.

Doch die Stadt würde lieber neu bauen. Schnittker stellte dafür drei Varianten vor: den vierspurigen Ausbau mit einem Rad- und Fußweg nur auf einer Seite, den dreispurigen Ausbau oder den zweispurigen Neubau, allerdings mit deutlich breiteren Fahrbahnen als jetzt und Rad- und Fußweg auf beiden Seiten. Dafür plädiert die Stadt. „Diese Variante ermöglicht später auch die Ergänzung einer weiteren Fahrspur“, so Schnittker.

Bei einer Sanierung müsse die Straße am Anfang und am Ende voll gesperrt werden, während der Arbeiten gebe es nur einen Fahrstreifen. Beim Neubau könnten immer zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Etwa neun Monate würde ein Neubau dauern, sagte Schnittker. Für Nortex-Geschäftsführerin Ingrid Först ist das zu lange. Sie übergab dem Stadtteilbeirat 18 Unterschriften von Geschäftsleuten, die sich einen schnelleren Neubau wünschen.

Allerdings: Während die Sanierung nach heutigem Stand 350  000 Euro kostet, verschlingt der Neubau schätzungsweise 1,4 Millionen Euro. Frank Matthiesen und SPD-Ratsherr Bernd Delfs verlangten daher ebenso wie einige Bürger zunächst ein Konzept für die gesamte Altonaer Straße von der Oderstraße bis zum Ring. „Wir bauen eine teure vierspurige Brücke, verengen die Straße dahinter dann aber wieder auf zwei Spuren. Das erklären Sie mal den Leuten“, ereiferte sich Delfs. Er könne zudem auf Anhieb drei bis fünf Schulen nennen, in denen die zusätzliche Million dringender benötigt werde. Endgültig entscheiden soll heute der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss.   

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