zur Navigation springen

Gerichtsbericht : Stieftochter missbraucht: Neumünsteraner muss in Haft

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Familienvater (39) aus Neumünster muss wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs seiner Stieftochter für viereinhalb Jahre ins Gefängnis.

von
erstellt am 14.Jan.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Ein Familienvater (39) aus Neumünster muss wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs seiner Stieftochter für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Das entschied gestern die Jugendstrafkammer des Kieler Landgerichts. Zusätzlich verurteilte sie den Mann wegen der fünf zumeist schweren Übergriffe zu einer Zahlung von insgesamt 15  000 Euro Schmerzensgeld. 5500 Euro hat der Angeklagte bereits bezahlt. Die Verhandlung fand größtenteils hinter verschlossenen Türen statt, um das junge Opfer zu schützen. Erst zum Urteil war die Öffentlichkeit wieder zugelassen.

Laut Gericht soll das Mädchen, das heute 16 Jahre alt ist, bei der ersten Tat erst fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein. Im Jahr 2013 offenbarte es sich schließlich seiner Tante. Die Mutter des Kindes erstattete daraufhin sofort Strafanzeige, ließ sich scheiden und trat für ihr Kind als Nebenklägerin vor Gericht auf.

Das Opfer, das heute noch schwer traumatisiert ist, musste im Prozess noch einmal aussagen, weil der Mann nur drei der ursprünglich acht angeklagten Taten zugab. In drei Fällen sprach das Gericht ihn frei, weil sie nicht zweifelsfrei nachzuweisen waren.

Während ihrer Aussage musste die junge Frau ihrem Peiniger nicht noch einmal direkt begegnen. Stattdessen saß sie in einem Nebenraum und wurde per Videoübertragung in den Gerichtssaal zugeschaltet. Die Kammer stützt sich in ihrem Urteil ausdrücklich auf die Angaben der 16-Jährigen. Eine Bewährungsstrafe, wie von der Verteidigung beantragt, hielt das Gericht für „ausgeschlossen“. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und zehn Monate Haft für den Mann gefordert.

Die Mutter des Opfer zeigte sich enttäuscht von dem Urteil und bewertete es als „zu milde“. Weitere Angehörige taten außerdem ihren Unmut kund. Der Angeklagte nahm den Richterspruch mit tief gesenktem Kopf und zitternden Händen entgegen. Sein Verteidiger kündigte umgehend Revision an.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen