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Premiere : „Sternengesang“ wird uraufgeführt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Anschar-Kantor Sven Thomas Haase komponierte zum 100. Todestag des Dichters Christian Morgenstern eine Kantate.

Neumünster | „Singe, o singe dich, Seele, über den Eintag empor“: Diese Zeilen schrieb ein Dichter, der eigentlich dem Lyrikpublikum mehr durch Galgenlieder, Gingganz und Mondschaf bekannt ist. Doch Christian Morgenstern (1871-1914) schrieb auch ernste, tiefgründige und spirituell inspirierte Texte. Diese bilden das Wort-Fundament einer Kantate, die der Kantor der Anscharkirchengemeinde, Sven Thomas Haase, zum 100. Todestag des Dichters selbst komponiert hat. Sie heißt „Sternengesang“ und wird am kommenden Sonntag, 11. Mai, ab 9.30 Uhr in der Anscharkirche im Gottesdienst uraufgeführt.

Mitwirkende sind der Anschar-Chor, die Solistin Claudia Rometsch aus Hamburg, Instrumentalisten der Lübecker Sinfonietta und das Neumünsteraner Schlagzeug-Ausnahmetalent Levi Petersen. Die Solistin ist Neumünsteranern bereits durch ihr Mitwirken bei den von Haase vertonten Gedichten von Mascha Kaléko bekannt oder der Mozart’schen Krönungsmesse.

Typisch für eine Kantate: Chor und rezitierende Solistin wechseln sich in mehreren Sätzen ab, erzählen aber im Gegensatz zu einem Oratorium keine fortlaufende Geschichte, sondern besingen einzelne Themen und Gedanken. Vom Stil her bezeichnet der Komponist sein Werk als „gemäßigt-modern“; inhaltlich widmet sich die Haase-Kantate „Sternengesang“ zunächst der Frage, was Singen und Musik mit den Menschen macht. „Singen ist Sammlung, zur Ruhe kommen, aber gleichzeitig auch Freude und Erfüllung“, sagt Haase. Es folgen zwei Solopartien – im Wechsel mit einem Chor-Einsatz – über die Liebe: „Meine Liebe ist groß, wie die weite Welt.“

Im fünften und letzten Part verwendet Haase nicht Morgenstern-Lyrik, sondern den Vers 2,14 aus dem LukasEvangelium. Chor und Solistin lobpreisen: „Ehre sei Gott in der Höhe – und Friede auf Erde – unter den Menschen Wohlwollen“. Die letzte Zeile hat Haase bewusst aus mehreren Übersetzungsmöglichkeiten gewählt: „Es ist die Botschaft, dass sich die Menschen wohlgesonnen sind.“ Bei diesem Finale sollten Zuhörer besonders fein lauschen, denn diesem Stück liegt ein spezieller afrikanischer Rhythmus namens „Afro-Guideline“ zugrunde, den Levi Petersen auf einem Woodblock und einer Snare-Drum spielt. Dieser Rhythmus ist bei der sogenannten Take-Tina-Rhythmuspädagogik angesiedelt, die der Wiener Reinhard Flatischler in den 70er-Jahren begründete. Dabei lernen die Teilnehmer schrittweise, Stimme, Schritte, Klatschen und Singen zu einem Rhythmus-Körpergefühl verschmelzen zu lassen. Levi Petersen wird aber lediglich spielen, nicht seine Stimme einsetzen.

„Sternengesang“ ist die dritte Eigenkomposition speziell für Chöre, Solisten und Orchester , die Haase – neben diversen Werken für Orgel – ersonnen hat. Die bisherigen waren das abendfüllende Oratorium „Metamorphose“ (2007, Kunstflecken) und eine weitere Komposition, mit der Haase 2013 beim bundesweit ausgeschriebenen Kompositionswettbewerb des Niedersächsischen Chorverbandes zum Thema „Verleih uns Frieden“ einen zweiten Preis erhielt. Das Werk mit dem Titel „Da pacem Domine“ wird in Niedersachsen im September dieses Jahres aufgeführt.

Die Generalprobe wird aufgezeichnet und soll so für eine spätere CD konserviert werden, kündigt Haase an.

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