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Klassentreffen : Stenografie und Schriftwechsel gehörten zur Ausbildung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Industriekaufleute begannen ihre Ausbildung vor 66 Jahren. Ihre Lehrbetriebe gibt es längst nicht mehr

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2016 | 11:00 Uhr

Neumünster | Am 1. April 1950 begann für 34 junge Menschen aus Neumünster und Umgebung die dreijährige Ausbildung zum Industriekaufmann/frau in Firmen wie beispielsweise den Nordischen Stahlwerken, der Lederfabrik Emil Köster, der Holsten-Brauerei oder der Eisengießerei Stock. Keine ihrer Lehrfirmen, so mussten am Donnerstag die verbliebenen acht Männer und Frauen bei ihrem Klassentreffen feststellen, gibt es mehr.

Gleichzeitig mit der Lehre begann der Unterricht in der Kaufmännischen Berufschule an der Holstenstraße (heute: Theodor-Litt-Schule). Über einige ihrer Fächer wie Stenografie, Schriftwechsel, Handels- und Bürgerkunde konnten die heute über 80-Jährigen schon schmunzeln. Noch heute sind sie stolz, dass „alle auf Anhieb die Prüfungen mit guten und sehr guten Ergebnissen bestanden haben“. Nach Ihrer Freisprechung durch die Industrie- und Handelskammer und ausgiebiger Feier in der Tonhalle verloren sie sich aus den Augen.

Erst 1971 fand ein erstes Wiedersehen statt. Von da an trafen sie sich mit Partnern alle zwei Jahre und dann aber gleich für drei Tage. Zum aktuellen Treffen reiste Henry (Heinrich) Treptau sogar aus den USA an. Am Freitag stand unter anderem ein Stadtrundgang an und ein gemütlicher Abend zum Austausch von Erinnerungen.

Einmal, so wusste Rosemarie Lindstädt zu berichten, musste sogar der Nachmittagsunterricht ausfallen. Die Ursache war eine Betriebsbesichtigung in der Holsten-Brauerei. Ansonsten, so die
einhellige Meinung, seien alle „ganz brav“ gewesen.


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