Deutscher Schulpreis : Steinschule gewinnt – auch ohne Preis

600 Schüler und Lehrer verfolgten gemeinsam in der Mensa die Preisverleihung in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche.
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600 Schüler und Lehrer verfolgten gemeinsam in der Mensa die Preisverleihung in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche.

Das Finale der besten 15 Schulen Deutschlands hatte die Freiherr-vom-Stein-Gesamtschule erreicht. Doch für den Sieg reichte es nicht ganz.

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07. Juni 2014, 07:00 Uhr

Neumünster | 600 Schüler und Lehrer der Freiherr-vom-Stein-Gesamtschule fieberten gestern mit, als in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche der deutsche Schulpreis vergeben wurde. Die Schule war mit ihrer Bewerbung bis ins Finale der Top 15 gekommen. Schüler und Lehrer versammelten sich in der Mensa, um die Preisverleihung im Fernsehen zu verfolgen. Doch 1200 gedrückte Daumen konnten am Ende nicht helfen.

Den von der Robert-Bosch-Stiftung mit 100 000 Euro dotierten ersten Platz gewann die Anne-Frank-Realschule aus München. Fünf weitere Preise mit je 25 000 Euro gingen an die Erich-Kästner-Schule in Hamburg, die Römerstadtschule in Frankfurt am Main, das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lüdenscheid, das Regionale Berufsbildungszentrum Wirtschaft in Kiel und an die „SchlaU-Schule/Schulanaloger Unterricht für Flüchtlinge“ in München.

„Traurig sein muss deshalb in Neumünster keiner“, erklärte Schulleiter Lars Hansen nach der Entscheidung. „Wir sind noch jung in unserer Entwicklung.“ Genauso sieht es auch die didaktische Leiterin Maike Schubert. Sie war eine von zehn Delegierten in Berlin und erntete von der Jury viel Anerkennung: „Wenn Sie noch etwas weiter arbeiten, gewinnen Sie einen Preis“, hat ihr die Jury mit auf den Weg gegeben. Verbesserungsbedarf bestehe beispielsweise noch in der Ganztagsbetreuung. Bisher gibt es das Angebot nur an drei Tagen, die Jury wünscht sich eine tägliche Betreuung von 8 bis 16 Uhr.

Allerdings betont Schulleiter Hansen: „Wir machen Schulentwicklung nicht um des Preises willen, sondern für unsere Schüler.“ Und die scheinen glücklich an ihrer Schule. Beim Public Viewing bewiesen sie großen Zusammenhalt. Alle sind stolz darauf, Steinschüler zu sein.

Die Bewerbung für den Schulpreis 2015 ist unterdessen noch nicht abgeschickt. Aber unwahrscheinlich ist eine erneute Teilnahme nicht. Mehrere Versuche können jedenfalls nicht schaden, hat die Erich-Kästner-Schule aus Hamburg bewiesen. Ihre dritte Nominierung führte sie zum Sieg.

Bevor eine Entscheidung darüber fällt, wird aber erst überlegt, wie der Anerkennungspreis für den Finaleinzug in Höhe von 2000 Euro investiert werden soll. „Das Geld wird nicht als Teilsumme in irgendetwas gesteckt. Es soll etwas sein, was uns an den Schulpreis erinnert“, sagt Schulleiter Hansen.

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