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Entwicklung des Grossfleckens : „Steine allein verändern gar nichts“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vertreter von Parteien diskutierten beim Wirtschaftsrat der CDU über die Entwicklung des Großfleckens und die Zukunft der Innenstadt.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2016 | 07:30 Uhr

Neumünster | Den ganz großen Wurf wagen oder lieber eine sanfte Sanierung in kleinen Schritten einschlagen? – Zwischen diesen beiden Polen zur Sanierung des Großfleckens bewegten sich am Mittwochabend die Statements von Uwe Döring (SPD), Thomas Krampfer (Bündnis 90/Die Grünen), Reinhard Ruge (FDP), Matthias Neumann (Sprecher Stadtmarketing), Thomas Michaelis (CDU) und Holger Bajorat, Sprecher des CDU-Wirtschaftsrates und Gastgeber des Abends.

30 Gäste waren der Einladung ins Hotel Prisma gefolgt. Nach einer Bestandsaufnahme, in der Mark Hädicke vom Stadtentwicklungsunternehmen Cima eine „Entrümpelung des Großfleckens“ (Passantenstopper), die Nutzung des Teichufers als Aufenthaltsort sowie eine einheitliche Möblierung und Beschilderung vorschlug, stellte Bernd Heilmann vom Fachdienst Stadtplanung in Vertretung des erkrankten Oberbürgermeisters Olaf Tauras die Konzeptideen für den Großflecken aus Sicht der Verwaltung vor. 2014 hatte die Stadt verschiedene Büros mit einem Entwurf für die Neugestaltung des Großfleckens beauftragt, sämtliche Planer schlugen eine Neupflasterung und Wasserspiele vor (der Courier berichtete).

Einspruch kam von Matthias Neumann. Es sei unstrittig, dass der Großflecken einer Erneuerung bedürfe, sagte der Inhaber der Stadt-Apotheke. „Aus Händlersicht darf die Fläche jedoch nicht verbaut werden, schließlich finden hier viele Veranstaltungen statt, die wiederum viele Besucher anziehen“, so Neumann. Erfahrungen mit Wasserspielen habe man auf dem Kleinflecken zur Genüge gemacht. Soweit er wisse, sei die Haushaltskonsolidierung eine zentrale Prämisse der Stadt. „Wie passt das zu einer kompletten Neugestaltung?“, fragte der Apotheker. Außerdem bringe eine jahrelange Baustelle zwangsläufig eine rückläufige Besucherfrequenz mit sich. „Man hat dann nach drei Jahren vielleicht einen schönen Großflecken, viele Einzelhändler werden sich daran dann aber nicht mehr erfreuen können“, warnte Neumann. Er schlug deshalb eine in zeitlichen Abständen vorgenommene Sanierung der Pflasterung vor.

Dem widersprach Thomas Michaelis: „Man muss ein Gesamtkonzept erstellen und auf Dienstleistungen setzen. Mit kleinen Maßnahmen kommt man nicht weiter“, sagte der CDU-Mann und Unternehmensberater. Neumünster brauche ein „Upgrading“ der Innenstadt. Er habe den Eindruck, dass es dafür an Mut fehle.

Gegen „Gigantismus“ sprach sich Reinhard Ruge aus. Es brauche attraktive Punkte in der Innenstadt. „Wenn es die nicht gibt, sehe ich keinen Grund, auf den Großflecken zu gehen“, sagte der FDP-Politiker. Ein Gedanke, den Uwe Döring gerne aufgriff. „Neben dem Einzelhandel sollten wir die Gastronomie und das Wohnen in der Innenstadt – und dazu gehören auch der Fürsthof und die Lütjenstraße – , betrachten. Um hier etwas Neues, Lebendiges zu schaffen, brauchen wir die Mitwirkung aller Akteure aus Handel und Hauseigentümern“. Angst vor dem Platz müsse man nicht haben, sagte Döring. „Das ist unser Stadtplatz“.

„Welche andere Stadt hat schon die Möglichkeit, einen solchen Platz zu bestücken“, fragte Holger Bajorat in die Runde. Da sei großes Potenzial vorhanden. Auf die Haushaltskonsolidierung in 5 bis 6 Jahren sollte man nicht warten, so der Sprecher des Wirtschaftsrates und führte als positives Beispiel die Holtenauer Straße in Kiel an, die nach einem Pakt zwischen Handel und Eigentümern derzeit einen großen Aufschwung erlebe. Hierin sah auch Gerd Grümmer vom Einzelhandelsverband einen Ansatzpunkt: „Wir müssen ein Miteinander schaffen. Steine allein werden gar nichts verändern.“



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