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Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 11:57 Uhr

Ehrenmal : Stein-Soldat kehrt nicht zurück

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten des Infanterieregiments 163 bleibt in der Eckernförder Preußer-Kaserne.

von
erstellt am 02.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Neumünster | Die Stadt will vorerst keine weiteren Schritte unternehmen, um das Ehrenmal für die Gefallenen des Schleswig-Holsteinischen Infanterieregiments 163 zurück nach Neumünster zu holen. Genau das hatte der Schul-, Kultur- und Sportausschuss im April 2016 in einer Resolution angeregt.

Das Mahnmal hat eine bewegte Geschichte und musste schon sechs Mal den Standort wechseln. 1922 wurde es auf dem Kuhberg vor dem alten Courier-Haus aufgestellt. Weitere Standorte waren Rencks Park, die Sick-, die Hindenburg- und dann in Boostedt die Rantzau-Kaserne (der Courier berichtete). Nach dem Auflösungsappell dort kam der Soldat im Juni 2015 nach Eckernförde, wo er noch steht.

Die Bundeswehr beruft sich in einem ausführlichen Schriftverkehr mit der Stadt auf den Schenkungsvertrag. 1990 hatte die Stadt dem Bund das Ehrenmal übereignet. „Gründe, die eine erneute Translozierung (Versetzung) des Kunstwerks rechtfertigen, wie Verkauf, Umnutzung, Umbau oder Abriss der Liegenschaft“ in Eckernförde lägen nicht vor. Aus Sicht der Stadtverwaltung hat sich die Bundeswehr damit eindeutig „gegen eine Rücküberführung des Ehrenmals an die Stadt“ positioniert, heißt es in einer Mitteilung für den Schul-, Kultur- und Sportausschuss. Das sieht auch der Ausschussvorsitzende Bernd Delfs so: „Wir müssen mal abwarten, was bei der Bundeswehr in Eckernförde passiert. Die Stadt hat das Denkmal verschenkt. Wir nehmen das zur Kenntnis.“

Auch die einst in Boostedt stehenden Kunstwerke „Bärengruppe“ von Georg Fugh und der „Stabbieger“ von Karlheinz Goedtke sind Eigentum des Bundes. Die Bärengruppe wurde inzwischen mit Zustimmung von Georg Fughs Tochter ebenfalls nach Eckernförde gebracht und soll dort bleiben.

Nach Neumünster zurück könnten aber die Gedenksteine für die hier früher stationierten Bundeswehreinheiten. Die Verwaltung schlägt als Standort den Friedenshain vor. In der Resolution der Politik war die frühere Hindenburg-Kaserne vorgeschlagen worden (heute Gefahrenabwehrzentrum). „Darüber kann man lange streiten“, sagte Delfs. Der frühere Stabsfeldwebel war 2006 letzter Soldat von Neumünster in der Hindenburg-Kaserne und hält einen Standort dort, in der ehemaligen Scholtz-Kaserne oder im Boostedter Munitionsdepot für geeigneter als den Friedenshain.

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