Kombiverkehrsterminal : Staubwolken vergraulen Kleingärtner

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Ärger unter der Max-Johannsen-Brücke: Wenn bei Ostwind der A7-Split im Verkehrsterminal verladen wird, sind manche Parzellen der Bahner weiß.

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03. Juli 2015, 08:30 Uhr

Neumünster | In der Kleingartenanlage der Bahn-Landwirtschaft hinter den Holstenhallen herrscht derzeit dicke Luft, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Dreimal pro Woche, in der Regel montags, mittwochs und freitags, wird im benachbarten Kombiverkehrsterminal (KVT) der Splitt für den A7-Ausbau mit Zügen angeliefert (der Courier berichtete). „Das Material ist viel zu trocken. Bei der Verladung auf Laster ziehen jetzt bei Ostwind regelrechte Staubwolken über unsere Anlage. Manche Gärten sind anschließend mit einer dünnen weißen Schicht belegt“, sagt der 1. Vorsitzende der Gartenkolonie, Manfred Bösselmann verärgert. Die ersten Pächter drohen mittlerweile mit einer Kündigung.

Besonders betroffen sind die südöstlichen der 230 Parzellen, die direkt an dem KVT-Gelände liegen. Hier decken viele Nutzer mittlerweile ihre Gartenmöbel und Pflanzen mit Folien und sogar alten Teppichen ab. „Man kommt sonst mit dem Abwischen gar nicht hinterher“, sagt Bösselmann. Am Mittwoch war die Lage seinen Angaben zufolge wieder besonders schlimm. Er fordert, dass der Splitt beim Umladen auf die Lkw bewässert wird: „Wenn Häuser abgerissen werden, steht auch immer einer mit dem Schlauch daneben, damit der feine Staub sich nicht verbreitet.“

Für die ausreichende Feuchte des Materials muss nach Angaben von Ingo Dewald von der KVT-Betreibergesellschaft Intermodal das anliefernde Unternehmen sorgen. Das ist in diesem Fall die Vertriebsgesellschaft mineralische Baustoffe mbH im sächsischen Bischofswerda. „Es gab bei den ersten Lieferungen tatsächlich Probleme. Mittlerweile soll der Befeuchtungsgrad aber erhöht worden sein. Mir sind seitdem auch keine Beschwerden bekannt“, sagte Dewald gestern auf Courier-Nachfrage. Der Splitt lagere keine 24 Stunden in den Waggons, eine komplette Austrocknung schließt er deshalb selbst bei den derzeit hohen Temperaturen aus. „So schnell geht das normalerweise nicht.“

Bei der Vertriebsgesellschaft in Sachsen war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

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