Verkehrsplanung : Statt Kreisel jetzt zweispurig geradeaus

Die Kreuzung Rendsburger Straße / Max-Johannsen-Brücke ist seit langem reparaturbedürftig. Mit der Erneuerung der Fahrbahndecke sollen auch die Fahrspuren neu geschnitten werden. Die schraffierten Flächen auf der Rendsburger Straße werden zugunsten der Linksabbiegespur verschwinden. Das soll Platz für eine zweite Geradeausspur schaffen.
Die Kreuzung Rendsburger Straße / Max-Johannsen-Brücke ist seit langem reparaturbedürftig. Mit der Erneuerung der Fahrbahndecke sollen auch die Fahrspuren neu geschnitten werden. Die schraffierten Flächen auf der Rendsburger Straße werden zugunsten der Linksabbiegespur verschwinden. Das soll Platz für eine zweite Geradeausspur schaffen.

Kreuzung Rendsburger Straße /Sauerbruchstraße/ Max-Johannsen-Brücke soll umgebaut werden. Weil die Fördergelder erst neue beantragt werden müssen, ist der Baustart aber noch offen

von
07. Juli 2015, 05:30 Uhr

Neumünster | „Und nun zu meinem Lieblingsthema“ – Helga Bühse, CDU-Ratsfrau und baupolitische Sprecherin ihrer Fraktion, nahm es durchaus mit Humor, als sie am vergangenen Donnerstag im Bauausschuss in Vertretung des Vorsitzenden Axel Westphal (SPD) das Thema „Kreisel Rendsburger Straße“ aufrief. Dabei mussten sie und ihre Fraktion in diesem Punkt bereits die dritte Schlappe in Folge einstecken.

Es bleibt dabei: Die Kreuzung Rendsburger Straße/ Sauerbruchstraße/ Max-Johannsen-Brücke wird nicht zum Kreisverkehr ausgebaut. Der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) lehnt den Umbau weiter kategorisch ab. Stattdessen soll die Kreuzung jetzt konventionell umgebaut werden. Die Fahrbahnen auf der Kreuzung und teils auch auf der Rendsburger Straße sind seit Jahren reparaturbedürftig.

Die Sanierung wurde trotz bereitstehender Fördergelder des Landes allerdings wiederholt verschoben. Der Grund: Um den wichtigen Knotenpunkt im Norden mit Blick auf den Bau der Holsten-Galerie noch leistungsfähiger zu machen, bestand vor allem die CDU auf den Umbau zum Kreisverkehr – gegen die Empfehlung der Stadtverwaltung und den erbitterten Widerstand von SPD und Grünen (der Courier berichtete).

Sie verwiesen in der seit drei Jahren laufenden Debatte auf das Veto des Landesbetriebs, der den Ideen eines Kreisels bereits bei früheren Anfragen eine klare Absage erteilt hatte. Aus Sicht der Behörde würde der Verkehr durch den innerstädtischen Kreisel nicht beschleunigt, sondern eher gebremst. Weil der LBV für die Bundesstraße 430 zuständig ist, die den Knoten (über Max-Johannsen-Brücke/ Rendsburger Straße) passiert, kam die Politik an der Behörde aber nicht vorbei.

Noch im November hatte die CDU Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras auf Werbetour nach Kiel entsandt, um im Gespräch mit dem Wirtschaftsminister vielleicht doch noch ein Umschwenken des LBV zu erreichen. Zum Ministergespräch kam es nicht; stattdessen verhandelten der OB und seine Verkehrsplaner erneut mit den Spitzen des Landesbetriebs, die allerdings hart blieben. Hauptargument: Die Kreuzung werde stark von Radfahrern und Fußgängern genutzt, die bei der Querung der breiten Fahrbahnen den Fluss des Autoverkehrs behindern würden. Die Experten blieben bei ihrer Befürchtung: Der Kreisel würde nicht wie erhofft mehr, sondern weniger Verkehr verkraften als eine ampelgesteuerte Kreuzung.

Das Nein der Behörde gelte selbst für den Fall, dass die Stadt die kompletten Planungs- und Baukosten übernehmen würde, unterstrich Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras jetzt beim Rapport vor dem Bauausschuss. Die CDU zog daraus ihre Konsequenz: Sie enthielt sich in der entscheidenden Abstimmung.

Damit ist jetzt der Weg frei für den konventionellen Ausbau der Kreuzung. Um den Verkehr flüssiger zu machen, sollen auf der Rendsburger Straße künftig wieder zwei Geradeausspuren über die Kreuzung stadtauswärts führen. Die schraffierte Fläche vor der Kreuzung wird aufgehoben, die Linksabbiegespur nach links verschoben, die Mittelinseln werden entsprechend angepasst.

Wann tatsächlich saniert und umgebaut wird, steht allerdings noch in den Sternen. Die Fördergelder müssen jetzt erst neu beantragt werden.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen