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Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 11:16 Uhr

Baustart : Startschuss für den Logistikpark

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Erster Spatenstich im neuen Gewerbegebiet an der A 7 / Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras bestätigt Verhandlungen mit zwei Internetversendern

von
erstellt am 21.Feb.2014 | 05:00 Uhr

„Ja, das war klasse!“, strahlte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, als er sich aus dem Führerhaus des tonnenschweren Baggers wieder zurück auf sicheren Erdboden schwang. Zur Feier des ersten Spatenstichs gestern Vormittag im neuen Gewerbegebiet an der A 7 hatte der Verwaltungschef höchstpersönlich mit schwerer Stahlschaufel einen guten Kubikmeter Sand verschoben. Das auch zur Freude von rund 150 Ehrengästen, die Baggerfahrer Tauras dabei vorsichtshalber aus sicherer Distanz zusahen.

Tauras ist nicht der erste Baggerfahrer auf Neumünsters größter Baustelle: Seit Mitte Dezember wird auf dem rund 60 Hektar großen Areal im Winkel zwischen Autobahn und dem Autobahnzubringer Neumünster-Nord gebuddelt und befestigt. Unmittelbar neben der Autobahn soll hier bis Ende nächsten Jahres Neumünsters modernstes Gewerbegebiet entstehen. Inzwischen sind die künftigen Erschließungstrassen klar erkennbar, die Baustellenzufahrten ausgebaut: Allein im ersten Bauabschnitt werden auf dem Gelände gut 70 000 Kubikmeter Boden, Kies und Schotter bewegt.

Nach dem Willen der Stadt soll die komplette Fläche vor allem großen Logistikunternehmen reserviert bleiben, die Neumünster zum zentralen Stützpunkt ausbauen wollen und entsprechend Arbeitsplätze mitbringen. Eine erste Teilfläche ist bereits verkauft. Der auf Hygiene- und Reinigungsmittel spezialisierte Logistiker Henry Kruse will seine bisherigen Standorte in Kiel-Wellsee, Stockelsdorf, Wahlstedt und Hamburg auflösen und seine Aktivitäten in Neumünster bündeln. Das Unternehmen beschäftigt rund 200 Mitarbeiter.

Die Vermarktungspläne der Stadt sind ehrgeizig. Tauras zufolge gibt es zahlreichen Interessenten für den Logistikpark, unter anderem verhandle die Stadt mit zwei großen Internet-Versandhändlern. „Mein Ziel ist es, eine große Fläche an ein Unternehmen zu verkaufen, das mehr als 1000 Arbeitsplätze schafft“, kündigte der OB an. Zugleich warnte der Verwaltungschef davor, bei der Werbung um neue Firmenniederlassungen in der Stadt zwischen guten und schlechten Arbeitsplätzen zu unterscheiden. „Jede Arbeit, die für ein Leben möglichst ohne staatliche Unterstützung sorgt, ist eine gute Arbeit“, sagte Tauras.

COURIER-KOMMENTAR

Neumünster hat offenbar einen guten Lauf: Nach DOC und Holsten-Galerie, die Neumünsters Wirtschaft hoffentlich den lang ersehnten Kick geben, scheint jetzt auch das neue Gewerbegebiet an der A 7 gute Chancen zu haben, zu einer Erfolgsgeschichte für die Stadt zu werden. Die Andeutungen und Ankündigungen des OB lassen jedenfalls die Erwartungen sprießen, dass zwischen Autobahn und Eichhofweg eines Tages tatsächlich 3000 oder 4000 Menschen ihr Brot verdienen könnten. Schön wär’s. Unter welchen Bedingungen sie das dann tun, wird allerdings, so viel lässt sich jetzt schon sagen, (leider) nicht im Rathaus entschieden. Die Diskussion um gute oder schlechte Arbeitsplätze ist weltfremd, zumindest akademischer Natur. Kaum ein Unternehmen wird sich von der Kommune vorschreiben lassen wollen, zu welchen Bedingungen es seine Mitarbeiter beschäftigt – schon gar nicht die großen der Branche, die ihren Sitz in fernen Metropolen haben. Die Alternative wäre, auf diese Unternehmen zu verzichten. Das aber kann eigentlich keine sein, zumal Neumünster auch die einfachen Jobs dringend braucht.

Jens Bluhm

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