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Stahl auf der sicheren Seite: "Ich werde auf jeden Fall gewinnen"

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Neumünster | ",Das kann doch nicht wahr sein, hat er nur gerufen und ist umhergesprungen", erinnert sich Karin Stahl an die Auslosung der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde und lacht. Mit dem Los geht für ihren Ehemann Thomas ein Traum in Erfüllung: Es ist das erste Pflichtspiel zwischen "seinen" beiden Vereinen, VfR Neumünster und Hertha BSC. In beiden Clubs ist er Mitglied.

Dass es dazu kommen würde, hätte der langjährige VfR-Funktionär und Sport-Abteilungsleiter des Fachdienstes für Sport und Schule der Stadt Neumünster nicht gedacht. "Dass ich das noch erlebe", sagt der 72-Jährige und hält kurz glücklich inne. Auch wenn seine Krebserkrankung ihm besonders bei Hitze zu schaffen macht und es traurig ist, dass Thomas Stahl, der den VfR entscheidend mitgeprägt hat, nun ausgebremst wird, wirkt Stahl beim Thema "Fußball" so aktiv wie eh und je. Stadionsprecher, Leiter der Geschäftsstelle war Stahl und bekleidete Funktionen im Vorstand - fest verbunden ist er also mit dem VfR. Hertha bedeute für ihn vor allem ein Stück Heimat, verrät er. In Frankfurt geboren, verbrachte Stahl seine Kindheit und Schulzeit in Berlin. Anfang der 1960er-Jahre wurde er Hertha-Mitglied, als er zur Bundeswehr ging. Nach der Offiziersausbildung siedelte er bereits 1963 nach Boostedt über. "Nachdem ich meine Frau kennen gelernt und 1966 geheiratet habe, verlor ich Hertha zwei Mal aus den Augen und bin aus dem Verein ausgetreten", gibt Thomas Stahl zu. Nach seiner Pensionierung im Jahr 2004 ruderte er jedoch zurück. Seit dem 1. Januar 2005 ist er wieder Mitglied bei den Blau-Weißen aus der Hauptstadt.

Als Fachmann auf dem Gebiet kann Stahl die hohen Eintrittspreise des VfR nachvollziehen. "Ich habe Verständnis dafür, dass Rasensport die eigenen Kosten minimieren will", weiß er von den zusätzlichen Ausgaben durch die Abgabe von Tickets an Verbände und Sponsoren sowie Kosten für die Infrastruktur. "Außerdem ist das ja auch ein einmaliges Ereignis", betont Thomas Stahl.

Seine Frau wird am Sonntag zu Hause bleiben. "Das soll sein Tag werden. Thomas ist dort mit seinen ganzen Bekannten ja eh beschäftigt", sagt sie. Wegen der angekündigten Hitze muss Thomas Stahl sich tragischerweise die Frage stellen, ob er es ins Stadion schafft. Ohne einen negativen Gedanken zu verschwenden, räumt er sie aber aus der Welt: "Das lasse ich mir doch nicht nehmen!" Ein Sieg des VfR Neumünster über Hertha BSC im DFB-Pokal-Wettbewerb wäre für ihn der Höhepunkt. Trotzdem gilt: "Ich werde auf jeden Fall gewinnen", lacht er.

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erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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