Islandpferde : Stafetten-Reiter stoppten in Ehndorf

16 Pferdenarren und ihre Isländer starteten vom Gestüt Heesberg zur nächsten Etappe. Helga Kopiczinski (Dritte von rechts) aus Walsrode trägt die Stafette.
16 Pferdenarren und ihre Isländer starteten vom Gestüt Heesberg zur nächsten Etappe. Helga Kopiczinski (Dritte von rechts) aus Walsrode trägt die Stafette.

Ziel der Reiter ist Herning in Dänemark, wo die Weltmeisterschaft für Islandpferde stattfindet.

shz.de von
14. Juli 2015, 08:30 Uhr

Ehndorf | Es ist zwar nicht das olympische Feuer, das am Sonnabend Vormittag Ehndorf verlassen hat, aber trotzdem ein besonderes Symbol: Der Stafettenstab der Weltmeisterschaft für Islandpferde wird alle zwei Jahre hoch zu Ross zum nächsten Austragungsort gebracht. Und so klapperte ein aufsehenerregender Trupp am Wochenende durch Mittelholstein: 16 Reiter und ihre Islandpferde machten sich vom Gestüt Heesberg auf ins 25 Kilometer entlegene Jahrsdorf.

Das Fernziel ist das westjütländische Herning in Dänemark. Dort soll am 24. Juli der Stafettenstab an die dänischen Reiter übergeben werden. Dann hat der Stab, der mit Plaketten der WM-Austragungsorte beschlagen ist, 600 Kilometer zurück gelegt.

Gestartet sind am Brandenburger Tor in Berlin am 27. Juni vier reitende Kuriere, täglich stoßen neue hinzu und andere verabschieden sich. Fast von Anfang an dabei war Otto Klingenberg (68) mit seinem Wallach Sörli. Der Aschaffenburger macht zum fünften Mal einen Stafettenritt mit und liebt diese Touren: „Es ist wie ein Virus, den man nicht mehr los wird. Man lernt neue Menschen und Landschaften kennen, und die Bindung zum Pferd vertieft sich unwahrscheinlich.“ Geplant sind insgesamt 27 Etappen, die jeweils etwa 25 Kilometer lang sind.

Geritten wird bei Wind und Wetter, die Wege führen durch belebte Straßen genauso wie durch Landschaften mit Bächen oder Schotterwegen. „Das kann man nur mit den Isländern machen, die sind trittsicher und ausgeglichen“, meinte Daniel Schulz, der den Reitern auf seinem Gestüt in Ehndorf Unterkunft gewährte. Seine kleine Tochter Mirja (6) war die jüngste Teilnehmerin, auf ihrer „Sunna“ ist sie gemeinsam mit ihrem Vater gestartet. Willi Esser aus dem Rheinland war mit 80 Jahren bisher der betagteste Reiter im Trupp.

Sollte mal ein Hufeisen verloren gehen oder muss eine kleine Wunde versorgt werden, ist Corinna Langer zur Stelle. Sie gehört dem Vorstand des Islandpferde-Reiter- und Züchterverband (IPZV) an, der den Ritt organisiert hat. Corinna Langer verliest auch die Grußbotschaft, die Deutschland für Dänemark verfasst hat und die in der hohlen Stafette transportiert wird. Da heißt es unter anderem: „Wir wünschen guten und fairen Sport und ein tolles Publikum vor Ort.“ Die WM der Islandpferde findet vom 3. bis zum 9. August statt. 

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