ÖPNV in Neumünster : Stadtwerke rüsten auf Dieselbusse um

Petra Brandt aus der Leitstelle und SWN-Verkehrschef Tom Keidel haben schon die neuen Aufkleber parat, die ab dem 1. Januar das alte VHH-Logo an den Bussen ersetzen.
Petra Brandt aus der Leitstelle und SWN-Verkehrschef Tom Keidel haben schon die neuen Aufkleber parat, die ab dem 1. Januar das alte VHH-Logo an den Bussen ersetzen.

Busverkehr geht in der Silvesternacht offiziell von den VHH auf die neue SWN Verkehr über. Für die Fahrgäste ändert sich vorerst nichts.

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30. Dezember 2014, 07:00 Uhr

Neumünster | Das Logo mit den drei großen roten Lettern VHH am Bus-Betriebshof an der Rendsburger Straße ist bereits weiß übermalt. Und vermutlich werden die Bus-Kunden es gar nicht mitbekommen, wenn in der Silvesternacht der Busbetrieb ganz offiziell von den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein auf die neue SWN Verkehr übergeht.

„Der letzte VHH-Bus der Linie 12 rollt Silvester um 21.06 Uhr ins Depot“, sagt Personaldisponent Klaus Brandt. Mit dem Bus enden 58 Jahre VHH-Geschichte in Neumünster. Die ersten Busse, die am Neujahrstag um 10 Uhr am Zob unter der Regie der Stadtwerke starten, werden die Linien 1, 4 und 16 sein. „Wir sind nach eineinhalb Jahren Arbeit jetzt kurz vor der Ziellinie“, sagt Tom Keidel. Der Chef im Bad am Stadtwald ist auch Geschäftsführer der für den Busverkehr gegründeten SWN-Verkehrsgesellschaft.

Noch wird fieberhaft an vielen Kleinigkeiten gearbeitet. „Alles wird umgeflaggt“, sagt Keidel und nennt nicht nur das Erscheinungsbild des Betriebshofes, sondern auch die Briefbögen, neue Uniformen für die Busfahrer, die Versicherung der Fahrzeuge, Betriebs- und Dienstanweisungen und die IT. 78 der 80 VHH-Mitarbeiter in Neumünster wechseln in die neue SWN-Verkehrsgesellschaft, die für einen mittleren einstelligen Millionenbetrag den Betriebshof mit den Werkstätten und die 34 Linienbusse übernimmt (der Courier berichtete). Stadtwerke und VHH werden aber Kooperationspartner bleiben. „Wir kaufen weiter Dienstleistungen von den VHH ein, aber das steht noch nicht im Detail fest“, sagt Keidel.

Von den 34 Bussen haben 16 einen Erdgas-Antrieb, doch ihre Ära läuft ab. „Wir rüsten bis 2022 wieder komplett auf Dieselbusse um“, sagt Stadtwerke-Sprecher Nikolaus Schmidt. Die Dieselfahrzeuge der neuen Euro-Norm IV seien nicht nur wirtschaftlich günstiger, sondern auch ökologisch sinnvoll. „Sie sind robuster und nicht so wartungsanfällig“, meint auch Keidel.

Die Stadtwerke freuen sich auf die Integration der VHH-Mitarbeiter. „Alles lief harmonisch und kooperativ, seien es die Tarifverhandlungen oder die Auswahl der neuen Dienstkrawatten“, so Keidel. Bis auf Äußerlichkeiten wie die neue Dienstuniform sollen die Buskunden keinen Unterschied bemerken. Die Fahrpreise bleiben konstant und sind eh landesweit einheitlich festgesetzt. Etwa 2,7 Millionen Fahrgäste dürften es auch in diesem Jahr wieder werden, schätzt SWN-Sprecher Schmidt.

Im kommenden Jahr könnte es aber doch einige Veränderungen geben. Die Stadt plant eine Fortschreibung der regionalen Nahverkehrspläne. Dabei kommen die Linienführung und -taktung in einzelnen Stadtteilen auf den Prüfstand.

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