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Erstaufnahme : Stadtwerke fahren die Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

SWN-Busse verteilen die Menschen auf das ganze Land. Für Fernfahrten wurde extra ein Reisebus angeschafft

von
erstellt am 21.Dez.2015 | 17:56 Uhr

Neumünster | Die Stadtwerke (SWN) sind beim Transfer von Flüchtlingen gut im Geschäft. Sie haben jetzt extra einen Reisebus angeschafft, um die Verteilung auf die Städte und Kreise in Schleswig-Holstein besser bewältigen zu können. Das gebrauchte Fahrzeug mit über 50 Sitzplätzen ist seit Freitag im Einsatz. Der Bus holte als erstes Flüchtlinge aus Hannover-Laatzen ab, die Schleswig-Holstein aus anderen Bundesländern wie Bayern zugewiesen wurden.

„Die Transporte von Flüchtlingen wachsen seit September kontinuierlich an“, sagte Sonja Kessal, Verkehrsleiterin der SWN. Bislang wurden Linienbusse eingesetzt, um die Flüchtlinge an der zentralen Aufnahmestelle am Haart oder der Boostedter Außenstelle einzusammeln und samt Gepäck in die neuen Wohnorte zu bringen. Für die nahezu täglichen Transfers innerhalb Schleswig-Holsteins bleibe das auch so, sagte SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt.

Der Reisebus wurde speziell für die Ferntouren angeschafft und geht am 23. und 27. Dezember wieder auf Tour. „Ein Reisebus hat mehr Platz für Taschen und Koffer. Wir sind sehr froh, dass wir den Bus haben“, erklärte Sonja Kessal. Auftraggeber und Kostenträger des Busses sei das Land.

In der Vergangenheit wurden Flüchtlinge auch mit Fahrkarten ausgestattet und per Bahn auf die Reise geschickt, berichtete der stellvertretende Leiter des Landesamts für Ausländerangelegenheiten, Dr. Johannes Hörnicke. Doch es sei aufgrund der großen Zahl der Flüchtlinge sinnvoller, Busse zu chartern. An manchen Tagen seien es bis zu zehn Bus-Touren. Mit den Transporten seien Busunternehmen aus ganz Schleswig-Holstein beauftragt.

Die Belegungszahlen in der Erstaufnahmestelle am Haart und der Außenstelle in Boostedt haben sich laut Hörnicke merklich entspannt. In Neumünster waren gestern etwa 1500 Flüchtlinge untergebracht, in Boostedt etwas mehr als 1000. Bei Kapazitäten von 2000 Plätzen am Haart und 1900 in Boostedt gibt es also wieder Luft nach oben. „Wir merken, dass es Winter ist. Es kommen nicht mehr so viele Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein“, so Hörnicke.

Unabhängig von den Flüchtlingen haben die SWN ihren Fuhrpark aufgefrischt. Für drei im Januar ausgemusterte Linienbusse werden neuere eingesetzt, davon wird einer ein großer Gelenkbus mit vier Türen sein. „Das Fahrgastaufkommen hat sich in letzter Zeit erhöht“, begründete Sonja Kessal den Kauf. Ein kleines Abenteuer hat der Bus schon erlebt: Als Vorführwagen wurde er kurzzeitig in Mexiko genutzt und steckte auf seinem Rückweg nach Deutschland dort mehrere Wochen beim Zoll fest. Jetzt ist er im Betriebshof der SWN an der Rendsburger Straße eingetrudelt. „Vor Weihnachten geht er noch in den Einsatz“, versprach Sonja Kessal.

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