Ausstellung : Stadttöpferei: Unheimlicher Blick in die Keramikröhre

Pablo Ponce macht es vor: Wenn man in die Kapsel schaut, entdeckt man im Inneren eine kleine Projektion, die einen vierminütigen Film zeigt. Die Materialien für dieses Kunstwerk klaubte er sich aus einem gegenüberliegenden Schuttcontainer zusammen.
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Pablo Ponce macht es vor: Wenn man in die Kapsel schaut, entdeckt man im Inneren eine kleine Projektion, die einen vierminütigen Film zeigt. Die Materialien für dieses Kunstwerk klaubte er sich aus einem gegenüberliegenden Schuttcontainer zusammen.

Knapp 30 Interessierte besuchten die Abschlusspräsentation der beiden Gastkünstler Zsiri Melinda Dempsey (29) und Pablo Ponce (39) in der Stadttöpferei.

shz.de von
10. Juni 2014, 06:00 Uhr

Neumünster | Kunst am Fürsthof macht Lust auf mehr: Knapp 30 Interessierte besuchten am Freitagabend die Abschlusspräsentation der beiden Gastkünstler Zsiri Melinda Dempsey (29) und Pablo Ponce (39) in der Stadttöpferei – und waren beeindruckt. Die vier Wochen in Neumünster haben die beiden Keramikkünstler intensiv genutzt, um verschiedene Projekte fertigzustellen.

„Es ist erstaunlich, was die alles fertig bekommen. Während ihrer Zeit in Neumünster machten sie auch frei, um möglichst viel zu sehen. Sie wollten zum Beispiel unbedingt an die Ostsee“, erzählte Danijela Pivasevic-Tenner, künstlerische Leiterin der Stadttöpferei. Im Künstlerhaus widmeten sich die Gäste konzentriert ihrer Arbeit, die sie nun der Öffentlichkeit präsentierten.

Zsiri Melinda Demspey überraschte die Besucher mit einer Tee-Zeremonie.

Auf einer kleinen Fläche relativ exakt angeordnete Schälchen befüllte sie mit grünem Chai-Tee und lud die Besucher zum Trinken ein. Wer seinen Tee ausgetrunken hatte, stellte sein Schälchen zurück. Den Besuchern war es aber freigestellt, wie sie ihr Schälchen abstellten, etwa verkehrt herum oder aufeinander; die Besucher erstellten so ihr eigenes Keramikkunstwerk.

Der in Amsterdam lebende Argentinier Pablo Ponce zeigte seine in Neumünster gefertigten Keramik-Kapseln. Wer genauer hingesehen oder vielmehr hinein gesehen hatte, entdeckte sogar kleine Projektionen in den Kapseln. „Ich verwende für meine Kunstwerke verschiedene Materialien. In einer Skulptur habe ich die Textilgeschichte Neumünster verarbeitet“, erzählte der 39-Jährige. Für eine weitere Skulptur bediente er sich an Resten des leerstehenden Hauses am Fürsthof 11. „Der Schutt war im Container. Der Eigentümer hatte erlaubt, mich zu bedienen“, erzählte der Künstler.

Nun ist ihre Zeit in Neumünster wieder vorbei. Und auf dem Fuße folgen schon die nächsten Künstler. Seit gestern sind Lisa Selby aus England und Dusan Rodic aus Holland in Neumünster, um sich bis zum 8. Juli im Künstlerhaus ihrer Arbeit zu widmen.


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