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Feuerwehr-Fusionen : Stadtteilvorsteher wollen ihre Wehren behalten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Dr. Volker Mathée sieht den dörflichen Charakter Gadelands bei einem Abzug in Gefahr, seine Kollegen fürchten bei Fusionen auch um die Motivation in der Feuerwehr.

shz.de von
erstellt am 25.Mär.2015 | 12:00 Uhr

Neumünster | In die Diskussion um das mögliche Zusammenlegen von Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt hat sich nun erstmals ein Stadtteilvorsteher eingemischt. In einer Presseerklärung spricht sich Dr. Volker Matthée aus Gadeland klar gegen einen Zusammenschluss der Gadelander mit einer oder mehreren anderen Wehren aus.

„Haben die Planer mal darüber nachgedacht, was das für die Nachwuchswerbung und die Motivation der aktiven Mitglieder bedeutet?“, fragt Mathée. Gadeland habe dank verschiedener Vereine und Institutionen, vor allem aber auch wegen der Freiwilligen Feuerwehr im Zentrum des Stadtteils seinen dörflichen Charakter bewahrt. „Wer das zerstört, zerstört Gemeinschaft“, betont er.

Ähnlich äußert sich auf Nachfrage Matthées Amtskollege Uwe Holtz aus Brachenfeld. „Wer die Eigenständigkeit der Wehr wegnimmt, stiehlt die Motivation. Das wäre fatal und dumm.“ Viele Mitglieder würden dann austreten, vermutet Holtz. Er betont, die Brachenfelder Wehr übernehme viele soziale Aufgaben, helfe im Stadtteil und biete mit der Jugendwehr dem Nachwuchs einen wichtigen Anlaufpunkt. Im Moment sieht der Stadtteilvorsteher daher keine Notwendigkeit, Wehren zusammenzuziehen. „Das wird schon seit vielen Jahren immer mal wieder diskutiert. Aber man sollte lieber die Bürokratie und manche Vorschrift abschaffen, dann wäre vieles einfacher“, fordert Holtz.

Wittorfs Stadtteilvorsteherin Sabine Krebs drängt darauf, dass es „schnellstmöglich zu einer ordnungsgemäßen Unterbringung der Freiwilligen Feuerwehr Wittof im Süden unserer Stadt kommt, denn das heutige Feuerwehrhaus entspricht schon länger nicht mehr den Unfallverhütungsvorschriften.“ Sie fordert eine ausgewogene Lösung, die sowohl die Interessen der ehrenamtlich Tätigen als auch die demografische Entwicklung, die Sicherheit der Wittorfer Bürger, aber auch den städtischen Haushalt im Blick habe. „Ich hoffe, dass Gespräche und Planungen auch weiterhin vertrauensvoll und ohne Störfeuer geführt werden. Ich weiß, dass die Freiwillige Feuerwehr Wittorf und der Stadtfeuerwehrverband sehr an vertrauensvollen und konstruktiven Gesprächen auf Augenhöhe interessiert sind“, sagt sie.

Tungendorfs Stadtteilvorsteher Jürgen Böckenhauer hält die ganze Diskussion noch für verfrüht. Es sei zwar richtig, dass der Stadtfeuerwehrverband seine Zukunft im Blick hat. Böckenhauer gibt aber zu bedenken, dass es dabei nicht allein um die Frage von Wehr-Standorten gehen kann. „Man muss auch die Kameradschaft berücksichtigen, die man nicht wie einen Arbeitsplatz einfach von A nach B verschieben kann“, sagt er.

Vom Stadtfeuerwehrverband gab es gestern nur einen knappen Hinweis: „Zuerst einmal müssen jetzt die Wehrführer diskutieren“, sagte Sprecher Peter Kleinjung. Die Dienstversammlung ist für morgen angesetzt. Dabei sollen auch die Ergebnisse einer Bachelor-Arbeit ausgewertet werden.

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