Passantenstopper : Stadtteilbeirat lehnt Satzung ab

„Beachflags“ und „Kundenstopper“ sollen Passanten in die Geschäfte lotsen. Aus Sicht der Kritiker verunstalten sie das Stadtbild und stehen oft genug schlicht im Weg. Die Stadt will die Werbeträger jetzt aus dem Straßenbild verbannen.
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„Beachflags“ und „Kundenstopper“ sollen Passanten in die Geschäfte lotsen. Aus Sicht der Kritiker verunstalten sie das Stadtbild und stehen oft genug schlicht im Weg. Die Stadt will die Werbeträger jetzt aus dem Straßenbild verbannen.

Die neue Richtlinie fand im Stadtteilbeirat Mitte keine Mehrheit.

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10. Juli 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | Das von der Stadt angekündigte Verbot von Werbestellschildern hat am Mittwochabend für kontroverse Diskussionen im Stadtteilbeirat Mitte gesorgt. Die fünf anwesenden Mitglieder sprachen sich mit zwei Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung gegen eine Neufassung der Satzung aus. Die neue Richtlinie sieht strengere Auflagen für Werbetafeln und die Gestaltung gastronomischer Außenbereiche vor (der Courier berichte).

Klaus-Dieter Iwers (Grüne) zeigte sich nach der Vorstellung der Satzung durch Jens Dittebrandt vom Arbeitskreis für Innenstadtverschönerung wenig begeistert: „Das erinnert mich in Bezug auf die Bürokratie an meine Bundeswehrzeit.“ Während Stadtteilvorsteherin Antje Klein und Manfred Fellmann (beide SPD) um Zustimmung für die Satzung warben, sah sich Hans Lindemann (CDU) im Vorwege nicht ausreichend informiert: „Das ist alles sehr bürokratisch. Man hätte uns die neue Satzung auch vorab zusenden können.“ Dem konnte Dittebrandt nicht zustimmen: „Das Thema wurde sehr transparent diskutiert, es gab Gespräche mit Gastronomen und Einzelhändlern und Informationsveranstaltungen, zu denen auch der Stadtteilbeirat eingeladen wurde.“ Das unterstrich auch SPD-Ratsfrau Franka Dannheiser: „Es sind alle beteiligt worden, die zu beteiligen waren.“

Auch unter den Besuchern gab es unterschiedliche Meinungen zu den Werbemitteln. „Diese Kundenstopper sind eine Kränkung für unsere Stadt“, monierte eine Zuhörerin. Andere wiesen im Hinblick auf die künftige Konkurrenz durch die Holsten-Galerie darauf hin, wie wichtig es für die Einzelhändler in der Innenstadt sei, für sich zu werben. Über die Richtlinie wird am Dienstag in der Ratsversammlung entschieden.

Erneut auf der Tagesordnung stand die Parkregelung in der Franz-Rohwer-Straße (der Courier berichtete). Stadtplaner Bernd Heilmann gab bekannt, dass Park- und Zufahrtsregelungen weiterhin bestehen bleiben. Das stieß bei vielen auf Unmut: „Warum ist das Anwohnerparken nicht möglich? Bei uns vor der Tür können nicht mal die Handwerker halten“, sagte eine Besucherin. Eine Anwohnerin aus der Gartenstraße beklagte, dass ihr Nachbar Probleme habe, sein Grundstück zu verlassen, weil alles zugeparkt sei. Heilmann sagte dazu: „Wir sitzen in einem größeren Kreis zusammen und prüfen auch die Stellplatzsituation am Kiek In.“ Er versprach, die Anregungen dort mit einfließen zu lassen.

Als erste Maßnahme zur Entlastung des Kiek Ins hatte die Stadt vor wenigen Tagen einen Parkstreifen für Busse vor dem Gebäude eingerichtet. In der kommenden Woche sollen weitere Gespräche mit den Beteiligten geführt werden.

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