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Stadtrat warnt: „Wir dürfen nicht mehr so lange philosophieren“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

von
erstellt am 02.Nov.2014 | 11:10 Uhr

Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob der große Schulneubau in Einfeld nicht auch kostengünstiger gestaltet werden kann. Das beschlossen am Donnerstagabend in gemeinsamer Sitzung der Schul-, Kultur- und Sport- sowie der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss in der Hans-Böckler-Schule.

Zunächst erklärte Claus-Peter Hillebrand, Leiter der städtischen Gebäudewirtschaft, den Ausschussmitgliedern, was derzeit zum Neubau der Grund- und Gemeinschaftsschule Einfeld geplant ist. Beide Schulen sollen einen zweigeschossigen Neubau erhalten. Alle Klassenräume erhalten Netzwerkanschlüsse, Wlan-Zugang wie auch Anschlüsse für Beamer und digitale Tafeln (Activeboards).

Parallel zu den Neubauten sind die Sanierung und der Umbau der Fachklassen und des Verwaltungstraktes geplant. „Die Kosten für den Neubau liegen aktuell bei 9,14 Millionen Euro“, erklärte Hillebrand – 690 000 Euro über den Kostenschätzungen von Februar dieses Jahres (der Courier berichtete). Sanierung und Umbau der älteren Gebäude sollen weitere zwei Millionen kosten.

CDU-Ratsfrau Helga Bühse reichte einen Antrag ein, in dem die Verwaltung unter anderem gebeten wird, nach kostengünstigeren Alternativen zu suchen, zum Beispiel einer Modulbauweise. Zum anderen solle die Stadt prüfen, ob so viele Klassenräume unbedingt erforderlich seien. „Die Zahl der Gemeinschaftsschüler in Neumünster sinkt ab 2017 jährlich um 100“, mahnte Bühse.

Nach einer Änderung in der Formulierung auf Wunsch des SPD-Ratsherrn Bernd Delfs, die Fragen „schnellstmöglich für die Beratung des Doppelhaushaltes“ zu beantworten, wurde dem Antrag zugestimmt. Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth wies aber auf den Zeitdruck hin: „Wir haben massive Bauprobleme an der Einfelder Schule, die uns zum Handeln zwingen. Wir dürfen nicht mehr so lange philosophieren und theoretisch debattieren, bis das Dach der Schule irgendwann nachgibt“, sagte der Stadtrat deutlich. Ein Statiker prüfe die Einfelder Schule zurzeit in regelmäßigen Abständen.

Im Anschluss setzte der Schulausschuss mit seiner eigenen Sitzung fort. Thorsten Petersen stellte sich als neuer Leiter der Hans-Böckler-Schule (HBS) vor und nutzte die Chance, sich zu dem zuvor Gehörten zu äußern. „Es ist ein Unding, wie hier debattiert wird. Prognosen, was in zehn und mehr Jahren passiert, sind doch jetzt zweitrangig. Es geht um Kinder, die jetzt in einer bedrohlichen Lage sind“, sagte Petersen, der 14 Jahre Leiter der Pestalozzischule war. Zugleich wies er auf „unzumutbare Zustände“ in der HBS hin.

Auch über die Zukunft des Regionalen Pädagogischen Umweltzentrums (RUN) wurde beraten; es steht nach dem kurzfristigen Rückzug des Berufsbildungswerkes vor dem Aus. Die Elly-Heuss-Knapp-Schule, die bisher von den Synergieeffekten des RUN profitieren konnte, sieht sich nicht in der Lage, es in Eigenregie weiterzuführen. „Wir sind aber bereit, es in einer Trägerschaft mit zu entwickeln und zu gestalten“, sagte Jörg Leppin, Leiter der Knapp-Schule. In der Ratsversammlung am kommenden Dienstag wird das thematisiert werden.

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