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Neuer Schlichter : Stadtrat löst jetzt im FEK Konflikte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Günter Humpe-Waßmuth tritt am 1. Februar das Ehrenamt als Patienten-Ombudsmann im Krankenhaus an. 2015 gab es 124 Beschwerden

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | In 20 Jahren als Stadtrat sind ihm so einige politische Streitigkeiten untergekommen. Ende Mai verlässt Günter Humpe-Waßmuth die Verwaltungsbühne und geht in den Ruhestand. Seine von vielen Seiten gelobte ruhige und ausgleichende Art setzt der 65-Jährige aber weiter ein: als erster Patienten-Ombudsmann am Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK). Ab 1. Februar wird er dort zusätzlich zum bestehenden Beschwerdemanagement ehrenamtlich, unabhängig, neutral und kostenfrei bei Konflikten zwischen Patienten, Ärzten und Krankenkassen vermitteln und bei Fragen beraten.

„Als ich im Dezember das Angebot für die Stelle erhielt, habe ich spontan zugesagt“, erklärte Humpe-Waßmuth gestern bei der offiziellen Amtseinführung im Beisein von Klinik-Chef Alfred von Dollen und dem 1. Vorsitzenden des Patientenombudsvereins Schleswig-Holstein (POV), Peter Harry Carstensen. Das FEK hat sich mit dem noch amtierenden Ersten Stadtrat nämlich nicht nur erstmals einen eigenständigen Vermittler ins Haus geholt, sondern ist nun auch Mitglied im POV geworden. Vor 20 Jahren wurde der Verein vom damaligen Schleswig-Holsteinischen Sozialminister Günther Jansen (SPD) gegründet. „Wir unterstützen Patienten im ganzen Land bei Konflikten im Gesundheitswesen. Dabei ergreifen unsere vier Ombudsleute und eine Pflege-Ombudsfrau als neutrale Instanz nicht einseitig Partei, sondern beraten vermittelnd und schlichtend zwischen Patienten und Akteuren im Gesundheitswesen“, erklärte Carstensen. Humpe-Waßmuth ist zwar nicht Mitglied des Vereins, will aber eng mit ihm zusammen arbeiten. „Es ist gut, dass ich geballte Kompetenz im Rücken habe.“

Auf ihn wartet viel Arbeit. 124 Anfragen verzeichnete das Beschwerdemanagement im vergangenen Jahr. Das war in den vergangenen 13 Jahren der zweithöchste Wert. Ein Viertel der Reklamationen betraf die Kommunikation. Patienten fühlten sich missverstanden, kritisierten die Umgangsformen der Ärzte oder falsche und fehlende Absprachen. Ebenfalls ein Viertel beklagte die ärztlichen Leistungen bei der Versorgung, 18 Prozent waren mit den Wartezeiten oder Termineinhaltungen nicht zufrieden. Beschwerden kamen auch über zu wenig Zeit für die Pflege (17 Prozent), eine zu schlechte Ausstattung der Gebäude (12,5 Prozent) und schlechtes Essen (2 Prozent). Nicht eingreifen wird Humpe-Waßmuth, der seit 18 Jahren im Aufsichtsrat der Klinik sitzt und viele Ärzte persönlich kennt, bei medizinischen Komplikationen wie Kunstfehlern, in Rechtsstreitigkeiten oder Haftpflichtfragen. Hierfür gibt es eine Schlichtungsstelle.

Sprechstunde hat Günter Humpe-Waßmuth ab 1. Februar immer donnerstags von 15 bis 18 Uhr in der 1. Etage der Krankenpflegeschule am Haart 54. Telefonisch ist er dort dann unter 405-2223 erreichbar. Das Beschwerde-Management ist zudem weiter täglich unter Tel. 405-2222 erreichbar.

STANDPUNKT

Toll, dass das FEK seinen Patienten nun bei Problemen gleich zwei weitere Möglichkeiten der Konfliktlösung anbietet. Die berechtigte Frage ist aber, was das bringt.Weder der Patientenombudsverein Schleswig-Holstein noch das Beschwerdemanagement der Klinik evaluieren den Erfolg ihrer Arbeit. Theoretisch könnte es also sein, dass keine der über 1000 Anfragen an den POV oder der über 120 Anfragen im FEK zum gewünschten Ergebnis führten. Das ist  unrealistisch, aber ohne eine Bilanz sind solche Angebote  schwer einzuschätzen.



 

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