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Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 00:01 Uhr

Lesung : Stadtgeschichte mit Fakten und Fiktion

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Neumünsteraner Autorin Dagmar Wilhelmsen-Schmitt las in der Stadtteilbücherei Einfeld aus ihrem Werk „Ein Sommer voller Abenteuer“.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Neumünster | Wussten Sie, dass auf der Klosterinsel im Mittelalter unter freiem Himmel Gerichte abgehalten wurden, die „Ding und Recht“ hießen und von Bauern, den sogenannten Holsten, juristisch geleitet wurden? Oder dass Neumünster ehemals den Status eines Fleckens innehatte, weil es in dem Dorf Zünfte gab? Diese und andere interessante historische Wahrheiten präsentierte am Donnerstagabend die Neumünsteraner Autorin Dagmar Wilhelmsen-Schmitt während einer Lesung in der Stadtteilbücherei Einfeld.

In gemütlicher Runde las sie aus ihrem regional bekannten Werk „Ein Sommer voller Abenteuer“ vor. Der Förderverein Stadtteilbücherei Einfeld lud damit zum zweiten Mal in diesem Jahr zur Lesereihe „Kurz und gut“ ein. „Wir wollen Menschen die Möglichkeit bieten, nach einem arbeitsreichen Tag bei leckerem Wein und kleinen Snacks in angenehmer Atmosphäre eine kurze Lesung zu genießen, um im Anschluss darüber ungezwungen ins Gespräch zu kommen“, erklärte Claudia Toppe, Vorsitzende des Fördervereins.

„Es war eine wirklich angenehme Stimmung. Die Zuhörer waren offen und interessiert“, gab die Autorin ihren Eindruck wider. Die gelernte Pharmazeutisch-Technische Assistentin ist in ihrer Heimatstadt keine Unbekannte mehr: Ihr 2011 erschienenes Debüt „Ein Sommer voller Abenteuer“ findet sich in jeder Schulbücherei Neumünsters und wird an einigen Schulen auszugsweise auch im Unterricht behandelt.

Das Besondere an diesem dreibändigen Jugend-Fantasy-Historienroman ist der regionale Bezug. Vier Kinder und ein Hund reisen durch neun Jahrhunderte der Stadtgeschichte und erleben neben Abenteuern auch detailreich Geschichte hautnah. „Kinder sollen Geschichte durch Geschichten lernen. Das ist leichter als stures Büffeln. Ich habe darauf geachtet, dass viele historische Fakten einfließen. Die sind im Text hervorgehoben“, erzählte die Autorin das Anliegen des Romans.

Zwei Jahre hatte sie im Stadtarchiv recherchiert und ist seitdem begeistert von der Geschichte. Auch die Besucher der Bücherei waren gebannt und lauschten den interessanten, in Fiktion eingebetteten Fakten. Im anschließenden lockeren Gespräch mit dem Publikum berichtete die mehrfache Mutter, wie sie zum Schreiben gekommen ist: „Eigentlich wollte ich gar kein Buch schreiben. Ich habe das für meine Tochter gemacht, die den Heimat- und Sachkundeunterricht so langweilig fand. Häppchenweise habe ich ihr abends Geschichten aus Neumünsters Vergangenheit erzählt. Letztlich sind 500 geschriebene Seiten dabei herausgekommen.“

Über Fantasiemangel kann sich die Schauspielerin der Niederdeutschen Bühne nicht beklagen: „Ich schreibe Geschichten, seitdem ich schreiben kann. Mir fällt immer etwas ein. Beim Schreiben sehe ich einen Film vor mir.“

Dass das Buch nicht nur für Jugendliche geeignet ist, zeigte sich am Alter der Besucher: Es waren durchweg Erwachsene, die in die Stadtteilbücherei gekommen waren.

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