Jahresbilanz : Stadtbücherei gewinnt junge Leser

Alena Behrens (22) ist Bibliothekarin in der Stadtbücherei. Sie zeigt, wo die beliebten historischen Romane, Krimis und Thriller stehen, die immer gern ausgeliehen werden.
Foto:
Alena Behrens (22) ist Bibliothekarin in der Stadtbücherei. Sie zeigt, wo die beliebten historischen Romane, Krimis und Thriller stehen, die immer gern ausgeliehen werden.

Auf lange Sicht geht die Zahl der aktiven Nutzer aber zurück. Fast die Hälfte der Ausleihen sind schon digitale Medien

von
22. März 2017, 08:30 Uhr

Neumünster | Das gedruckte Buch verliert an Bedeutung. „Fast schon die Hälfte aller Ausleihen sind digitale Medien. Hörbücher haben wir 2016 mehr als 80  000 mal ausgeliehen“, sagt Dr. Klaus Fahrner, der Leiter der Stadtbücherei. Deren Jahresbericht ist morgen Thema im Schul-, Kultur- und Sportausschuss. Er tagt um 18 Uhr in der Außenstelle der Elly-Heuss-Knapp-Schule an der Riemenschneiderstraße.

Die Zahl der aktiven Nutzer stagnierte 2016 bei 6462, geht aber schon seit Jahren zurück. 2012 wurden noch 7580 aktive Leser gezählt. Die Zahl der Ausleihen stieg nach rückläufigen Zahlen in den Vorjahren dagegen leicht von 439 000 auf 440 350. Stadtrat Carsten Hillgruber sieht den „Trend gebrochen“. Positiv hervorzuheben sei aber vor allem die wieder steigende Zahl junger Leser bis 12 Jahre.

Hier konnte die Jugendbücherei in der Tat besonders viel verlorenen Boden gutmachen. 2050 Leseratten bedeuten ein Plus von 270. „Das liegt an den Klassenführungen für Grundschüler, und der Ferienleseclub spielt auch eine Rolle“, sagt Fahrner und nennt auch die Jugendbuchwochen im Herbst. Landesweit sinken aber beim Ferienleseclub die Teilnehmerzahlen. „Es wird zunehmend schwieriger, junge Leser zu motivieren“, sagt Fahrner.

„Sachbücher sind nicht mehr so gefragt. Die Jugendlichen gehen lieber gleich ins Internet“, sagt etwa Claudia Toppe, die ehrenamtliche Leiterin der Stadtteilbücherei Einfeld. Für die war 2016 ein Ausnahmejahr, denn durch die Bauarbeiten war die Bücherei fast drei Monate lang geschlossen. Das kostete natürlich Ausleihen. Trotzdem konnte die Stadtteilbücherei die Zahl ihrer Leser von 377 auf 420 steigern. In der Bücherei Tungendorf stieg die Zahl der Leser im vergangenen Jahr von 189 auf 217.

Etwa 135 000 Medien zählt die Stadtbücherei. Auf Einfeld entfallen davon 9000, auf Tungendorf etwa 3000 Medien. „Wir haben 2016 mehr als 10 200 neue Medien angeschafft und mindestens 6000 bis 7000 rausgenommen, das heißt aussortiert und auf den Flohmarkt gestellt“, sagt Klaus Fahrner: „Sonst würden uns die Regale überlaufen.“ Den Trend zum digitalen Medium verdeutlichen auch die Zahlen der „Onleihe Schleswig-Holstein“. In dieser 24-Stunden-Bibliothek im Internet können Leser digitale Medien rund um die Uhr kostenlos ausleihen und für einen begrenzten Zeitraum auf ihrem Computer, E-Book-Reader oder sonstigen mobilen Endgeräten nutzen. Knapp 16 800 Stadtbücherei-Leser nutzten dieses Angebot im vergangenen Jahr. Im Startjahr 2013 waren es nicht einmal 3500.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen