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Gänsemarkt : Stadt zahlt die Kehrtwende der Liesel

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bronzeskulptur von Frauke Wehberg soll Mitte Juli wieder Richtung Teich schauen. Künstlerin fertigte neue Gussform für die gestohlene Gans

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erstellt am 16.Jun.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Der Kulturausschuss-Vorsitzende Bernd Delfs kann nicht begreifen, „warum das mit der Gänseliesel so fürchterlich lange dauern muss“. Denn eigentlich sollte die Bronzeskulptur von Frauke Wehberg noch vor der Holstenköste wieder in ihre angestammte Blickrichtung auf den Teich und den Großflecken gedreht werden. Das passiert nun doch erst Mitte Juli, erfuhr der Courier auf Nachfrage von Tiefbau-Fachdienstleiter Ralf-Joseph Schnittker.

In der 28. und 29. Kalenderwoche sei die Tiefbaufirma wieder in Neumünster, die den Gänsemarkt im Auftrag von ECE, dem Erbauer und Betreiber der Holsten-Galerie, umgestaltet hat. Und zwar falsch, wie viele Bürger und auch der Kulturausschuss schon im November 2015 monierten.

Das stimme so aber nicht, entgegnet Bauamts-Chef Schnittker. „Der Bau wurde nicht falsch ausgeführt. Wir haben es damals so entschieden, dass die Liesel so aufgestellt wird, wie sie jetzt steht“, sagt Schnittker. Man habe die mit der Liesel verbundene Symbolik damals so nicht gesehen und sei davon ausgegangen: Entscheidend sei, dass die Gänseliesel zu ihrem Brunnen schaue.

Das wird jetzt auf Kosten der Stadt geändert. Denn die hat die von ECE bezahlte Platzgestaltung am Gänsemarkt seinerzeit so abgenommen, bestätigt Schnittker. Was die 180-Grad-Kehre der Liesel kosten wird, kann er noch nicht sagen. Das sei auch unerheblich. „Der Bürgerwille ist maßgeblich, der Ausschuss hat das so entschieden“, sagt Schnittker.

Weiterer Kritikpunkt am Figuren-Ensemble: Auch die neue mattsilberfarbene Pumpe passe nicht zur Bronzepatina der Liesel. Das soll nun ebenfalls korrigiert werden, denn mit der Drehung der Gänseliesel solle auch „die alte Pumpe an die neue Stelle kommen“, sagt Schnittker. Das Unterteil der 1986 von Frauke Wehberg geschaffenen Bronzeskulptur müsse dafür aber noch von einem Steinmetz bearbeitet werden. Der Untergrund und die Leitungen sollen aber so erhalten bleiben.

Mit der Umstellung der Gänseliesel und dem Austausch der Brunnenpumpe kehrt auch die während der Holstenköste 2006 gestohlene Einzel-Gans zurück – wenn auch nicht das Original. Die Künstlerin Frauke Wehberg hat dafür extra eine neue Gussform erstellt. Die Gans ist laut Schnittker auch bereits fertig gegossen, müsse aber noch einmal zum Nacharbeiten und Entgraten ins Atelier der Künstlerin zurück. Dafür übernehme ECE die Rechnung.  

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