Neubaupläne in Neumünster : Stadt will Wohnungen in der Kaserne

Die ehemalige Hindenburg-Kaserne aus der Luft: Auf 10,5 Hektar könnte hier ein neuer Stadtteil für Neumünster entstehen. Am linken Rand ist die Feuer- und Rettungswache, am rechten Rand die Carlstraße zu sehen.
Die ehemalige Hindenburg-Kaserne aus der Luft: Auf 10,5 Hektar könnte hier ein neuer Stadtteil für Neumünster entstehen. Am linken Rand ist die Feuer- und Rettungswache, am rechten Rand die Carlstraße zu sehen.

Ratsversammlung soll Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras sogenannte „Erstzugriffsoption“ für die Hindenburg-Kaserne erteilen.

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31. Januar 2018, 07:45 Uhr

Neumünster | Wende in der Diskussion um die Nachnutzung der ehemaligen Hindenburg-Kaserne: Die Ratsversammlung soll nun Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras beauftragen, gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) den sogenannten „Erstzugriff für Konversionsflächen“ zu erklären. Denn die Stadt möchte dort neue Wohnungen bauen.

Grundlage für den Antrag, der gestern Abend vom Hauptausschuss zur Kenntnis genommen wurde und nun noch im Finanzausschuss und im Planungs- und Umweltausschuss am 7. Februar beraten wird, sind zwei neue Erkenntnisse. Zum einen zeigen die aktuellen Ergebnisse der Fortschreibung des Wohnraumversorgungskonzeptes einen deutlich wachsenden Bedarf an Wohnungen. Zum anderen brachte das lange erwartete Altlasten-Gutachtens keine bösen Überraschungen hervor.

„Die vorhandene Milzbrand-Thematik ist für die Stadt händelbar, zumal sie schon Erfahrungen beim Bau des Gefahrenabwehrzentrums gegenüber gesammelt hat“, sagt Marcel Schmidt von der Bima. Gerbgruben seien zwar vorhanden, könnten aber bei den Planungen zunächst ausgespart werden. Daher habe er Verständnis für die neuen Pläne der Stadt, auch wenn die nun den zahlreichen privaten Interessenten (der Courier berichtete) in die Parade fahre. „Das Gelände ist sehr attraktiv“, so Schmidt.

Genauso sieht es auch OB Tauras: „Die Fläche liegt zentrumsnah und dennoch am grünen Rand der Stadt. Das sind städtebaulich ideale Voraussetzungen für attraktiven Wohnraum. Deshalb steht diese Fläche auch seit Jahren im Fokus der Stadtentwicklung“, sagt er. Wieviele und welche Arten von Wohnungen entstehen sollen, stehe noch nicht fest.

Genau davon aber hängt laut Marcel Schmidt letztlich der Verkaufspreis ab. Dieser soll in einer „kooperativen Wertermittlung“ von der Bima gemeinsam mit dem Gutachterausschuss der Stadt festgelegt werden. Für sozialen Wohnungsbau etwa könne anschließend aber ein Nachlass gewährt werden, sagt Schmidt. Das gelte nicht für Einfamilienhäuser. Auch wenn der Rat am 13. Februar grünes Licht geben sollte, laufen die Verhandlungen zunächst noch einige Zeit. „Die Stadt muss ein tragfähiges Konzept vorlegen, das dann von uns geprüft wird“, so Schmidt. Er rechnet frühestens im kommenden Jahr mit dem fertigen Gutachten zum Verkaufspreis.

Fest steht aber mittlerweile, dass das ursprünglich geplante Willkommenszentrum für Flüchtlinge endgültig vom Tisch ist. Die Stadt überlege, die dafür von der Bima angemieteten zwei Kasernenblöcke wieder zu entmieten.

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