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Knapp 40 Ideen : Stadt will mehr für Flüchtlinge tun

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Verwaltung legt Handlungskonzept vor / Flüchtlingszahlen gehen zurück

Neumünster | Mehrsprachige Hinweisschilder in der Stadtverwaltung, ein Café International als interkultureller Treffpunkt, eine Integrations- und Sprachkarte oder zehn zusätzliche Stellen im Bundesfreiwilligendienst bei der Stadt: Knapp 40 Ideen hat die Stadtverwaltung zusammengetragen, um Flüchtlinge in Neumünster besser zu betreuen und in die Gesellschaft einzufügen. Das neue „Handlungskonzept kommunales Flüchtlingsmanagement von der Aufnahme bis zur Integration“ wird erstmals im Hauptausschuss am kommenden Dienstag, 23. Mai (18.30 Uhr, Neues Rathaus, Raum 2.5/2.6), öffentlich vorgestellt. Anschließend beraten die Fachausschüsse, ehe der Rat am 13. Juni abstimmen soll.

„Das sind Angebote an die Politik. Sie muss entscheiden, was umgesetzt werden soll und was nicht“, sagt Thorben Pries, Projektleiter Flüchtlinge und Büroleiter von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras. Er hat das Konzept maßgeblich mit erstellt. In dem 150 Seiten starken Papier werden 13 Bereiche untergliedert, von der Wohnraumversorgung über die Integrationsbetreuung und das freiwillige Engagement bis hin zur Sprachförderung, Gesundheitsversorgung und zur kulturellen Teilhabe. Geschaffen werden soll „eine Aufnahme- und Integrationsstruktur“. Das Ziel: Optimale Rahmenbedingungen für die Eingliederung aufbauen und damit auch Extremismus, etwa von Salafisten, entgegenwirken. Federführend soll dabei die seit Dezember 2015 bei der Stadt eingerichtete „Koordinierungsstelle integrationsorientierte Aufnahme von Flüchtlingen“ sein.

Der finanzielle Rahmen ist gesteckt. Die Stadt will nur das Geld einsetzen, das es vom Land gibt – ohne Eigenmittel. Bei der derzeit angenommenen Aufnahmequote von 204 Flüchtlingen pro Jahr bedeutet dies voraussichtlich knapp 460  000 Euro in diesem und im kommenden Jahr. Ob auch ab 2019 noch Mittel fließen, ist derzeit unklar.

Das Konzept sieht unter anderem neue Anlaufstellen und Gremien vor. So hat der Rat bereits im Februar einer vom Bund finanzierten und vorerst auf zwei Jahre begrenzten „Koordinierungsstelle Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ zugestimmt. Sie soll Bildungsangebote koordinieren, verzahnen und optimieren. Auch eine sogenannte „Anlauf-, Begegnungs- und Bildungsstelle für geflüchtete von geflüchteten Frauen“ kann sich die Stadt vorstellen. Die Förderung der Integration durch Sport und Kultur soll vorangetrieben werden. In Kleingartenanlagen könnten interkulturelle Gärten entstehen. „Abende der kulinarischen Kulturen“ sind ebenso denkbar wie eine Weiterentwicklung des Forums der Vielfalt, bessere Sprachförderung, muttersprachliche Informationsveranstaltungen zum Gesundheitswesen oder mehr Unterstützung in der Integrationsbetreuung. Und: Flüchtlinge sollen nicht alle in einem Viertel untergebracht werden und nach Anerkennung ihres Asylantrags den Mietvertrag übernehmen können. „Soziale Integration ist dann erfolgt, wenn die neuzugewanderten Menschen persönliche Beziehungen und Freundschaften zu Einheimischen und das Gefühl von Zugehörigkeit aufbauen konnten“, heißt es in dem Konzept.

Unterdessen ist die Zahl der Flüchtlinge in den Landesunterkünften am Haart und in Boostedt weiter rückläufig. Von den 850 freien Plätzen in der ehemaligen Scholtz-Kaserne sind 418 belegt, in Boostedt sind es 397 von maximal 1764. Während die Zahl der Syrer und Iraker in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückging, steigt die Zahl der Afghanen, Iraner, Jemeniten und Türken.

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erstellt am 18.Mai.2017 | 07:30 Uhr

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