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Einfeld : Stadt will die Gänse nicht vergrämen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Sichtbarrieren sollen die Vögel von den Liegewiesen und Stränden in Neumünster fernhalten. Einfelds Beirat greift das Thema seniorengerechtes Wohnen auf.

Für Einfelds Stadtteilvorsteher Sven Radestock ist der Einfelder See „der schönste Platz in ganz Neumünster“. Allerdings ist er „kein Swimmingpool, sondern Natur“. Und die haben auch die Gänse für sich als Lebensraum entdeckt. Die Population steigt und mit ihr auch das Problem mit den Hinterlassenschaften der Gänse. Im vergangenen Jahr waren die Strände, Liegewiesen und der Ufersaum am See wieder voller Gänsekot. Das kann eine Gefahr für die Wasserqualität bedeuten.

2007 verhängte die Stadt wegen hoher Bakterienwerte sogar ein Badeverbot. So weit ist es noch nicht wieder, erfuhren die 55 Besucher auf der Sitzung des Stadtteilbeirats. „Es gab aber 2013 eine größere Verunreinigung als sonst“, sagte Jörg Rowehl von der Unteren Wasserbehörde der Stadt. Die Lösung, die Gänse durch Sichtbarrieren von den Stränden abzuhalten, habe einige Jahre gut geklappt. Doch zuletzt wurden die im Wasser aufgestellten Zäune öfter mutwillig von Menschen eingerissen. Von den im vergangenen Jahr aufgestellten Fuchs-Attrappen ließen sich die schlauen Gänse auch nicht lange beeindrucken. Die Holz-Figuren waren anscheinend auch ein begehrtes Souvenir: Drei der fünf Holz-Füchse waren nach kurzer Zeit gestohlen.

Dennoch will die Stadt ihre Strategie nicht groß ändern. „Wir werden wieder Zäune aufstellen. Die Gänse reagieren empfindlich, wenn sie keine freie Sicht und Fluchtweg auf den See haben“, sagte Rowehl. Bei den Liegewiesen will die Stadt eine neue Idee ausprobieren und den Kot mit Bürstenwagen aufnehmen. Früher wurde auch aus diesem Grund öfter gemäht, doch das bewirkte das Gegenteil. Das dann üppig sprießende junge Gras lockte noch mehr Gänse an.

Bürger forderten, das Gänse-Problem grundsätzlich anzugehen. Auf einer Internet-Seite wurde sogar der Vorschlag gemacht, die Eier anzustechen, um die Population zu begrenzen. „Das möchte ich nicht“, sagte Radestock. „Auch wir tun uns damit schwer. Wir sind noch nicht so weit, die Gänse zu vergrämen“, sagte Rowehl: „Wir denken positiv, dass wir das Problem mit den Zäunen in den Griff bekommen.“

In Ordnung bringen will die Stadt auch den Seewanderweg. „Die Unterhaltung und Wiederherstellung stehen auf der Agenda, sind zum Teil auch schon intern an das TBZ vergeben“, sagte Rowehl. Wegen der Personalprobleme beim TBZ wurden diese Arbeiten, etwa an der Uferstraße und am Bondenholz, zum Teil auch an Fremdfirmen übertragen.

Beim Winterdienst bittet der Beirat die Stadt, die Klassifizierung der Straßen Krückenkrug und Einfelder Schanze zu überdenken. Die unübersichtliche Situation an der Einmündung des Seekamps in die Uferstraße möchte der Beirat nicht durch aufwendige und teure Umbauten lösen, sondern erstmal ein Halteverbot ausprobieren.

Einstimmig verabschiedete der Beirat einige Prüfanträge an die Verwaltung. So sollten die manchmal willkürlich verlaufenden Stadtteilgrenzen überdacht werden. Einfeld soll zudem behindertengerechter werden. Vorschläge sind entsprechende Toiletten und Behinderten-Parkplätze am See. Gleiches gilt für die Ampeln im Stadtteil und den Abgang an der Schanze. Die Stadtwerke werden gebeten, an der Schanze einen Bushaltepunkt zu prüfen. Mit dem Stichwort seniorengerechtes Wohnen wurde ein altes Thema neu aufgegriffen. Die Idee ist auszuloten, ob Eigentümer am Kreuzkamp und an der Stubbenkammer Teile ihrer großen Gärten für eine entsprechende Bebauung verkaufen würden. Der Beirat regt eine Anwohnerversammlung an.

 

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erstellt am 06.Feb.2014 | 07:00 Uhr

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