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Sperrbezirke : Stadt wartet auf das Okay aus Kiel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Innenministerium will Verordnung zügig prüfen. Prostituierte sind nur noch sporadisch an der IGS Brachenfeld.

Auch fünf Wochen nach der Billigung durch die Ratsversammlung ist die von Stadt und Polizei ausgearbeitete Sperrbezirksverordnung gegen Straßenprostitution noch nicht in Kraft. „Wir haben alle Unterlagen beim Innenministerium eingereicht und warten nun auf die Genehmigung“, teilte Stadtsprecher Stephan Beitz gestern mit. Es habe einige Nachfragen aus Kiel gegeben, die aber alle beantwortet seien. Sobald das Okay aus Kiel vorliegt, soll der landesweit bisher einmalige Erlass veröffentlicht und damit rechtskräftig werden.

Dann ist Straßenprostitution in großen Teilen von Neumünster verboten (der Courier berichtete). Nach wie vor bieten nach Auskunft der Polizei einige Frauen an der Plöner Straße vor der Zufahrt zum Parkplatz der IGS Brachenfeld ihre Dienste an, allerdings offenbar nicht mehr täglich. „Die Damen stehen dort nur noch sporadisch“, teilte Polizeisprecher Sönke Hinrichs mit. Das bestätigt auch der Stadtteilvorsteher von Brachenfeld-Ruthenberg, Uwe Holtz: „Mehrere Anwohner haben mir erzählt, dass die Prostituierten nur noch selten dort sind“, sagte er zum Courier. Die von der Kriminalpolizei im September eingerichtete Ermittlungsgruppe hat laut Hinrichs noch keine Erkenntnisse über etwaige Hintermänner oder über Straftaten wie Menschenhandel oder organisierte Kriminalität.

Seit Juni hatten die Frauen für Aufsehen gesorgt, weil sie zunächst vor dem Südfriedhof auf Kunden warteten. Als die Kirche ein Hausverbot aussprach, wechselten sie die Straßenseite und waren auf dem Parkplatz der IGS Brachenfeld tätig. Auch die Schule erteilte ein Hausverbot, seitdem ist die Bushaltestelle an der Zufahrt zum Schulparkplatz der bevorzugte Standort. Doch auch dort dürfen sie nicht mehr stehen, sobald die Sperrbezirksverordnung in Kraft ist. Denn sie verbietet die Straßenprostitution in allen Straßen der Stadt mit Ausnahme einiger Straßenzüge im Industriegebiet Süd, östlich des Designer-Outlet-Centers, im Gewerbegebiet Freesenburg sowie an der Runge- und Haberstraße.

Wann das so weit ist, darauf wollte sich Thomas Giebeler, Sprecher des Innenministeriums, gestern nicht festlegen. „Wir bearbeiten das Papier mit der notwendigen Sorgfalt. Es wird zügig eine Entscheidung geben“, sagte er. Nach Courier-Information könnte diese schon in dieser Woche fallen.

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erstellt am 22.Okt.2013 | 07:00 Uhr

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