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Kita Wittorf : Stadt versetzt drei Mitarbeiterinnen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Chefin, Stellvertreterin und eine Gruppenleiterin müssen wegen eines internen Konfliktes gehen / Eltern wussten offenbar von nichts

shz.de von
erstellt am 02.Mär.2016 | 11:30 Uhr

Neumünster | Für Jörg Asmussen, Fachdienstleiter Frühkindliche Bildung, ist es ein Vorgang, den es „in dieser Dimension noch nicht in Neumünster gegeben hat“.  Die Stadt hat nach jahrelangem Streit  die Leiterin der Kita Wittorf, die Stellvertreterin sowie eine langjährige Gruppenleiterin mit sofortiger Wirkung versetzt. „Wir mussten einen Schlussstrich ziehen, um einen Neuanfang zu ermöglichen. Die langfristig gute Arbeit war gefährdet“, teilte Asmussen gestern auf Courier-Anfrage mit. Selbst eine professionelle Supervision, Mediation und das Einschalten des Landesjugendamtes hätten nicht zum gewünschten Erfolg und zu einer Befriedung der Situation geführt. Was genau Auslöser des Konfliktes war, sei nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, so Asmussen.

 „Ich selbst habe mich schon Mitte 2015 intensiv in den schwelenden Fall eingeschaltet. Es gab Gespräche mit der Personalabteilung, dem Personalrat und auch mit Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth“, sagte Asmussen. Er spricht von einem „starken Konflikt“. Da alle drei Mitarbeiterinnen städtische Angestellte seien, habe die Stadt ein Direktionsrecht und dieses nun genutzt. „Wir haben die Mitarbeiterinnen in verschiedenen anderen Einrichtungen mit anderen Aufgaben betraut.“ Kündigungen seien nicht ausgesprochen worden.  Asmussen bedauerte  die Entwicklung und zeigte sich  tief betroffen: „Das alles ist uns sehr, sehr schwer gefallen.“ Am Donnerstag vergangener Woche seien die Mitarbeiterinnen über ihre Versetzung informiert und Gespräche mit dem Elternbeirat geführt worden, am Freitag habe er die anderen städtischen Kita-Leitungen über den Vorgang informiert. Heute Abend stehen  Asmussen sowie Mitarbeiter des Personalrates und der Personaldienste den Eltern auf einer außerordentlichen  Versammlung Rede und Antwort. Erwartet wird eine rege Teilnahme. In der Einrichtung an der Reuthenkoppel sind derzeit 120 Kinder in sieben Gruppen und 18 Mitarbeiter.

Als sie am Donnerstag von den Versetzungen erfahren habe, sei sie „wie vom Blitz getroffen“ gewesen, erklärte gestern  die Elternbeiratsvorsitzende der Kita, Joyce Grundlach. Sie und auch die anderen  Väter und Mütter hätten weder  von dem ganzen Ärger  noch von der   Mediation etwas mitbekommen. „Wir waren nicht informiert“, sagte sie. Sie habe   geweint, sagte sie.  Ähnlich erging es auch anderen  Eltern.   In der Kita  herrschte nach Aussagen einer Mutter am vergangenen Freitag  „absolutes Chaos“.  Es habe Tränen bei den Mitarbeitern und Kindern gegeben, die Emotionen seien hochgekocht.   Weitere Erzieher hätten ihren Rückzug nicht ausgeschlossen. Einige Eltern veranlassten umgehend  eine Unterschriftenliste, um die versetzte und offenbar bei den Kindern beliebte Gruppenleiterin wieder zurückzubekommen.

Die Kreiselternbeiratsvorsitzende Marion Khabiri kritisierte gestern, dass die versetzten  Kita-Mitarbeiterinnen am Freitag ohne Abschied von den Kindern gegangen seien. „Das ist für die Kleinen nicht leicht. Sie verstehen nicht, was los ist.“ Gleichzeitig warnte sie die Eltern vor voreiligen Schnellschüssen: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Unterschriftenliste nicht sinnvoll. Zunächst müssen  die Hintergründe aufgedeckt werden.“

Kommissarisch geleitet wird die Wittorfer Kita nun zunächst von der Chefin der Kita Volkshaus, Bärbel Schmidt-Holländer, sowie ihrer Stellvertreterin Ulrike Roselt. „Die offenen Stellen werden ausgeschrieben“, sagt Jörg Asmussen. Marion Khabiri fürchtet eine längere Vakanz. „Ich kenne die angespannten Personalsituationen in den Kitas der Stadt. Das kann dauern.“

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