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Flüchtlinge : Stadt verkauft Bauland für Asylunterkunft

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rund 8000 Quadratmeter zwischen Haart und Störstraße gehen an das Land für neue Flüchtlingshäuser. Der Rat musste nicht zustimmen.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 05:45 Uhr

Neumünster | Die Stadt hat ein rund 8000 Quadratmeter großes städtisches Grundstück neben der ehemaligen Scholtz-Kaserne zwischen Haart und Störstraße an das Land für den Ausbau der Landesunterkunft für Flüchtlinge verkauft. Die Entscheidung fällte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras. „Eine Einwilligung durch die Ratsversammlung war nicht nötig, weil der Kaufpreis unter 375 000 Euro und damit in meinem Ermessen liegt“, sagte der OB gestern nach den Verhandlungen mit Staatssekretärin Manuela Söller-Winkler (Innenministerium) im Rathaus.

Auf dem Gelände sollen bis 2022 vier jeweils dreigeschossige neue Gebäude für bis zu 400 zusätzliche Flüchtlinge entstehen. Zudem sollen die bestehenden Gebäude und das derzeit noch leerstehende ehemalige Sanitätsgebäude am Haart saniert werden. Erst im vergangenen Herbst hatte die Stadt das rund 85 000 Quadratmeter große ehemalige Kasernengelände von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gekauft und wollte es selbst als Bauland für Einfamilienhäuser vermarkten. Auch den Kauf damals hatte Tauras in eigenem Ermessen getätigt. Mit Kritik an der Entscheidung rechnet der Oberbürgermeister nicht: „Hier war Schnelligkeit gefragt, um Menschen in Not zu helfen. Ich bin mir sicher, dass die Politik da keine Bedenken hat.“ Die verbleibenden rund 77 000 Quadratmeter sollen auch weiterhin als Bauland dienen, so die Auskunft des Liegenschaftsamtes.

Der Zeitplan des Ministeriums für die Landesunterkunft sieht nun vor, dass bis Ende November vier weitere Containerhäuser als reguläre Unterkünfte mit insgesamt 200 Plätzen und Sanitäranlagen entstehen sollen. Parallel errichtet das Landesamt sechs Isoliercontainer, davon drei barrierefrei, für bis zu 24 Personen mit ansteckenden Krankheiten. Drei weitere Container stehen schon und werden auch genutzt. Bis Sommer kommenden Jahres sollen dann noch einmal vier weitere Container-Häuser mit 400 Plätzen aufgestellt werden. Zusätzlich ist der Ausbau des Verpflegungsraumes und des ärztlichen Dienstes vorgesehen.

Ob die dann für 2022 vorgesehenen 800 Plätze und die in der Boostedter Rantzau-Kaserne geplanten zusätzlichen 500 Plätze ausreichten, könne niemand vorhersehen, betonte Manuela Söller-Winkler. „Das hängt entscheidend von der Entwicklung des Flüchtlingsstroms ab.“ Ein weiterer Kauf von Gelände für Unterkünfte sei aber vorerst nicht geplant.

Am Abend berichtete Manuela Söller-Winkler dann vor gut 40 Besuchern dem Sozialausschuss in der Landesunterkunft über die Pläne. Darüber berichten wir in der morgigen Ausgabe ausführlich.

 

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