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Laubentsorgung : Stadt setzt umstrittene Gebühr aus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auch die Anlieferung in Wittorferfeld bei den SWN ist ab heute wieder kostenlos.

Aufatmen bei vielen Gartenbesitzern in Neumünster: Die Stadt setzt ab heute bis zum 30. November die Gebühr für die Laubentsorgung an den städtischen Sammelstellen wieder aus. „Wir möchten vermeiden, dass die Bürger weiter Geld zahlen, obwohl die Politik eine Änderung der Abfallgebührensatzung plant“, begründete Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras gestern Nachmittag die Entscheidung. Am Mittwoch hatte die CDU im Hauptausschuss einen Dringlichkeitsantrag gegen die Laubgebühr eingebracht, der von den anderen Fraktionen unterstützt wurde (der Courier berichtete).

Hintergrund für die Erhebung der Gebühr ist eine Änderung der Bioabfall-Verordnung vom 1. Mai dieses Jahres. Seitdem muss Laub in speziellen Anlagen behandelt und erhitzt werden. Auf diese Weise soll vor allem die für Kastanien schädliche Miniermotte ausgerottet werden. Die Mehrkosten für diesen Aufwand wälzte die Stadt auf die Bürger um, was nach der gültigen Abfallgebührensatzung aus dem Jahr 2009 auch möglich ist. So kostete die Abgabe von bis zu 300 Litern Laub drei Euro. Politiker der Ratsfraktionen hatten jedoch angemerkt, dass viele Bürger auch das Laub von städtischen Bäumen entsorgen und dafür nun durch die Gebühr auch noch bestraft würden.

Tatsächlich empörte das Thema in den vergangenen Wochen in der Stadt viele Menschen. „Das ist eine unmögliche Abzocke“ kritisiert zum Beispiel Heiko Stracke (70) aus Wittorf die Abgabe. Er kaufte sich kurzerhand einen Laubsauger und häckselte die Blätter klein. „Die passen dann in die Mülltonne“, sagt er. Rolf Ollmann (73) aus Einfeld fand ebenfalls eine Alternative: „Ein Freund hat einen Hänger voll Laub zum Kompostieren mitgenommen.“ Seit Jahren schon fegt der Anlieger der Kieler Straße auch die Blätter der Straßenbäume weg. „Eine Kehrmaschine habe ich hier noch nie gesehen, obwohl ich Straßenreinigungsgebühren zahle“, sagt er verärgert.

Was jetzt noch von den Bäumen fällt, kann nun kostenfrei nicht nur auf den städtischen Sammelplätzen, sondern auch beim Abfallwirtschaftszentrum der Stadtwerke in Wittorferfeld (AWZ) abgegeben werden. Die private Laub-Anlieferung ist auch dort ab heute kostenlos. „Wir lehnen uns damit an das Verfahren der Stadt an“, sagt SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt.

Doch das AWZ behandelt und verwertet nur das Laub, das Privatleute dort hinbringen. Was auf den städtischen Sammelplätzen landet oder von den Mitarbeitern des Technischen Betriebszentrums zusammengekehrt wird, verbleibt nicht in Neumünster, sondern landet zur Entsorgung bei der Firma Ernst Krebs in Großenaspe. „Das Unternehmen hat eine Ausschreibung gewonnen. Die Kosten für die Laubentsorgung betragen dort nur die Hälfte von denen im Abfallwirtschaftszentrum“, erklärt Thorben Pries, Büroleiter des Oberbürgermeisters.

Auf der Sonderratsversammlung am 5. November wird das Thema Laub noch einmal behandelt. Dann wird die Verwaltung berichten, welche Kosten für die Entsorgung der belasteten und unbelasteten Blätter entstehen. In der regulären Sitzung am 26. November soll schließlich über die Änderung der Abfallgebührensatzung beraten und entschieden werden.

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erstellt am 26.Okt.2013 | 05:00 Uhr

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