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„Knöllchen-Bilanz“ : Stadt schrieb mehr Falschparker auf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

803 000 Euro an Buß- und Verwarngeldern kamen 2014 zusammen. Die Stadt misst mit Radarwagen an Unfallschwerpunkten.

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erstellt am 23.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Neumünster | Die Stadt und die Polizei haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Falschparker und Raser erwischt als 2013. Das zeigt die „Knöllchen-Bilanz“ der Bußgeldstelle, die der Stadtkasse im vergangenen Jahr fast 803  000 Euro bescherte. Im Jahr zuvor waren nur 711  000 Euro an Verwarn- und Bußgeldern angefallen.

Bei den eigentlichen Knöllchen für Parkvergehen waren die sieben städtischen Überwachungskräfte fleißig und schrieben hier 20  200 Falschparker auf. 2013 waren es knapp 17  400 Fälle. „Das ist auf die verschärften Kontrollen wegen der Baustellen in der Innenstadt zurückzuführen“, sagte der neue Leiter der Bußgeldstelle, Max Janßen. Die Stadt kooperierte dabei auch eng mit dem privaten Sicherheitsdienst von ECE. „Auf beiderseitigen Wunsch – Falschparker könnten die Baustelle der Holsten-Galerie lahmlegen“, sagte der Leiter der Ordnungsbehörde, Udo Wachholz.

Bei der Kontrolle des fließenden Verkehrs gab es gut 13  500 Fälle. Das ist gegenüber 2103 mit 7280 Fällen fast eine Verdopplung. Das klingt nach einem dramatischen Verfall der Verkehrssitten, hat aber zwei einleuchtende Gründe. Zum einen war das Messfahrzeug der Stadt 2013 für längere Zeit außer Gefecht. Außerdem wurde viel Personal durch den Verkehrsversuch auf dem Großflecken gebunden. Bei den Kontrollen zwischen dem 6. August und 28. Oktober 2013 waren jeweils immer drei Kräfte gleichzeitig im Einsatz.

Der langläufige Begriff Politessen trifft es schon länger nicht mehr, denn inzwischen überwachen auch zwei Männer den Verkehr. Und geschrieben werden die Knöllchen auch schon lange nicht mehr mit Stift und Zettel. Seit zwei Jahren schon kommen handelsübliche Smartphones mit speziellen Applikationen zum Einsatz. Mit ihnen können die Überwachungskräfte gleich den Tatbestand per Foto dokumentieren und per Bluetooth den mobilen Knöllchen-Drucker ansteuern.

Auf dem Tisch der Bußgeldstelle landeten auch knapp 3600 Fälle, die die Polizei im Stadtgebiet erfasste und dann weiterleitete. Das entspricht fast genau der Fallzahl von 2013. „Es wird täglich in der Innenstadt kontrolliert, wenn Kapazitäten da sind, auch in den Stadtteilen“, betonte Max Janßen. Die Stadt misst mit ihrem Radarwagen jetzt vermehrt an Unfallschwerpunkten und zu den Stoßzeiten des Berufsverkehrs. Als unfallträchtig gelten vor allem die großen Ausfallstraße und der Ring. „Die Schulwegsicherung und die Kontrollen vor den Kitas stehen natürlich weiterhin im Fokus“, sagte Udo Wachholz.

Bei Anfragen aus den Stadtteilbeiräten oder auch von Bürgern setzt die Stadt zunächst Geschwindigkeitswarntafeln ein. Wenn die Auswertung der Daten Auffälligkeiten ergibt, kommt auch der Blitzer zum Einsatz.

 

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