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Holsteinischer Courier

24. September 2017 | 07:05 Uhr

Stadt schreibt Knöllchen am Fließband

vom

Durchfahrverbot am Großflecken wird immer noch nicht akzeptiert / Seit Montag wurden schon 240 Falschfahrer verwarnt

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Neumünster | Die städtischen Überwachungskräfte schreiben sich zurzeit die Finger wund: Bis gestern Vormittag erwischten sie schon 240 Autofahrer, die sich nicht an das Durchfahrverbot auf dem Großflecken hielten. Dabei kontrollieren sie nur wenige Stunden am Tag. Am Montag wurden 50 Falschfahrer notiert, am Dienstag waren es 28 am Vor- und 94 am Nachmittag, am Mittwoch 32 und allein gestern Vormittag schon wieder 36.

Die Strafe folgt per Post mit einem so genannten "Verwarngeldangebot" über 20 Euro - macht in der Summe also schon einmal 4800 Euro für die Stadtkasse. Die Verkehrsüberwacher sind inzwischen als Dreier-Teams im Einsatz und halten bei Verstößen das Kennzeichen, die Uhrzeit, den Fahrzeugtyp und die Autofarbe sowie das Geschlecht des Fahrers in einer Tabelle fest. Diese detaillierten Zeugenaussagen reichen aus. "Ein Foto vom Kraftfahrzeug und vom Fahrer ist gar nicht nötig", sagte Ordnungsamts-Leiter Udo Wachholz zum Courier.

Das Trio steht jeweils ganz offen am Straßenrand in Höhe des Karstadt-Parkplatzes. Eine Politesse sagt die Daten der Falschfahrer an, die andere notiert sie in ihrer Liste. Ein kräftiger Kollege schirmt die beiden Frauen ab. Denn es kommt durchaus vor, dass erwischte Autofahrer die Kontrolleure wütend anhupen - auch das ist eine Ordnungswidrigkeit. Manch ertappter Verkehrssünder hält auch an, um sich lautstark zu beschweren.

Wer das Verwarngeldangebot nicht annimmt, muss mit einem gerichtlichen Verfahren rechnen. Das kann dann deutlich teurer als 20 Euro werden. Und wer sich damit herausreden will, nicht zu wissen, wer mit seinem Auto gefahren sei, kann ein böses Eigentor schießen: Er kann mit der Auflage belegt werden, für sechs Monate ein Fahrtenbuch zu führen, sagte Udo Wachholz: "Das ist wahrscheinlich noch abschreckender, als die 20 Euro zu zahlen."

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