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Holsteinischer Courier

13. Dezember 2017 | 01:34 Uhr

Bahnhof : Stadt schafft Platz für Fahrrad-Parker

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Parkplätze vor dem Finanzamt werden am Montag für radelnde Berufspendler reserviert. Die Bauarbeiten am Bahnhof dauern noch bis Ende Mai

von
erstellt am 18.Apr.2015 | 05:30 Uhr

Neumünster | Die Stadt versöhnt sich mit den Fahrradfahrern: Eine gute Woche nach der rigorosen Räumaktion auf dem Bahnhofsvorplatz will sie für radelnde Berufspendler jetzt provisorische Parkflächen schaffen. Ab kommendem Montag sollen dafür bis etwa Ende Mai zehn Pkw-Parkplätze vor dem Finanzamt gesperrt werden, auf denen dann vorübergehend feste Fahrradständer montiert werden. Bis zu 50 Berufspendler können ihr Rad dann hier tagsüber parken, ohne sich in der Nähe eine freie Laterne suchen zu müssen.

Die Stadt kommt damit dem Drängen der Radfahrer nach, für die Dauer der Umbauarbeiten auf dem Konrad-Adenauer-Platz Ersatzflächen zu stellen. Um den Start der Bauarbeiten nicht unnötig zu verzögern, hatte die Stadt am Mittwoch vor einer Woche rund 50 Fahrräder vor dem Bahnhof abschleppen lassen (der Courier berichtete). Trotz mehrtägiger Ankündigung auf Hinweistafeln und auf der Homepage der Stadt hatten zahlreiche Pendler ihren Drahtesel offenbar wie gewohnt auf dem Platz geparkt – und am Abend dann einen böse Überraschung erlebt: An einer ganzen Reihe von Rädern knackten die Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums kurzerhand das Schloss per Bolzenschneider, um den Drahtesel abtransportieren zu können.

Seit Beginn dieser Woche ist auch der Bereich vor dem Gebäude Kuhberg 1-3 (vor der Bahnunterführung Rendsburger Straße) in die Baustelle einbezogen, so dass auch dort die Stellplatzanlage für Fahrräder derzeit entfällt. Erneut ließ die Stadt nicht rechtzeitig entfernte Räder abtransportieren.

Die gekaperten Räder wurden im Fahrradkeller des Fundamtes an der Plöner Straße (neben der Zulassungsstelle) eingelagert. Betroffene Fahrradbesitzer können unter Tel. 942-2422 einen Termin für die Rückgabe vereinbaren. Die Abholer sollten Personalausweis, Fahrradschlüssel und gegebenenfalls Dokumente mitbringen, die sie als Besitzer ausweisen.

Die Stadt will den Bahnhofsvorplatz voraussichtlich bis Ende Mai vor allem optisch aufwerten. Die Platzmitte wird mit neuen Bäumen bepflanzt, die Bürgersteige und Radwege sollen neu gepflastert werden und sich dabei künftig auch farblich deutlich voneinander abheben. Die ehemals stadtauswärts führende Fahrspur auf dem Kuhberg vor der Einmündung Johannisstraße wird zu einem kombinierten Fuß- und Radweg umgebaut. Auf dem neu gestalteten Bahnhofsvorplatz sollen später rund 210 neue Stellplätze für Fahrradfahrer entstehen; bislang waren es rund 110 Plätze.

STANDPUNKT

Von Thorsten Geil

Achtung, ungeprüfte Unterstellung: Weil jeden Tag wütende Radfahrer im Fundbüro aufkreuzen und ihr staatlich geknacktes Fahrrad wiederhaben wollen, musste man sich im Rathaus etwas ausdenken. Und kam auf die sensationelle Idee, 10 von 15 Parkplätzen am Bahnhof  zu streichen, um dort Fahrradständer aufzustellen. Durchdacht kann es jedenfalls nicht gewesen sein, sonst hätte man diese „Lösung“ ja von Anfang an umgesetzt. Ende der Unterstellung.

Plätze für Kurzparker sind ein rares Gut am Bahnhof – zumal die Kaiserstraße von reichlich Handwerkerfahrzeugen zugeparkt wird. Wer nur seine Liebsten am Bahnhof abholen oder absetzen will, fährt nicht ins Parkhaus, sondern stellt sich  künftig auf dem Bahnhofsvorplatz  in die  zweite Reihe. Aber eigentlich könnte ECE doch das Kellergeschoss im neuen Parkhaus für Fahrräder freigeben. Frei parken für Räder bis Ende Mai - tolle Werbeaktion!

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