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Baupläne : Stadt plant weitere Heime für jugendliche Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zwei Grundstücke werden dafür an Jugendhilfeträger verkauft

von
erstellt am 30.Jan.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die Stadt reagiert auf die große Zahl minderjähriger Flüchtlinge, die ohne ihre Eltern in Neumünster leben, und will zwei Grundstücke an einen Jugendhilfeträger verkaufen. Der soll dort jeweils eine Einrichtung zur Betreuung der Jugendlichen bauen.

Es handelt sich um ein 600 Quadratmeter großes Grundstück an der Memellandstraße und das 2650 Quadratmeter große Areal an der Slevogtstraße 31. Die Baracke dort war einst das Ruthenberger Jugendheim und müsste für die neuen Pläne abgerissen werden.

Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth nannte auf Nachfrage die aktuellen Zahlen und machte den Handlungsdruck deutlich. Die Zahl der jungen Flüchtlinge in der Obhut der Stadt ist 2015 rasant gestiegen. Aktuell betreut der Allgemeine Soziale Dienst 487 minderjährige Flüchtlinge. Die sind längst nicht alle in Neumünster untergebracht, denn so viele Plätze gibt es hier gar nicht. Die Stadt trägt aber die Verantwortung für die fast ausschließlich männlichen Jugendlichen.

In der Zahl 487 inbegriffen sind auch 126 Jugendliche in der „vorläufigen Inobhutnahme“. Gemeint sind das ehemalige Polizeirevier an der Parkstraße mit 56 Plätzen, aber auch andere Einrichtungen. Die Flüchtlinge bleiben dort nur kurz und werden dann auf andere Städte und Kreise verteilt.

„Das klappt inzwischen gut“, sagte Volker Rüger vom Jugendhilfeträger Iuvo, der das Haus an der Parkstraße betreibt. Die jungen Flüchtlinge bleiben dort etwa vier Wochen lang und werden dann an das Jugendamt überstellt, das dann dauerhaft für sie zuständig ist. Als Träger betreut Iuvo daneben aber auch etwa 120 jugendliche Flüchtlinge dauerhaft, die in mehreren Einrichtungen und Wohngruppen in ganz Neumünster untergebracht sind.

Und solche sind auch an der Memelland- und Slevogtstraße geplant. Die Baracke dort hat eine bewegte Geschichte. Die Leichtbauelemente auf Stelzen standen ursprünglich gegenüber vom Rathaus an der Plöner Straße. Vor dem Bau des Neuen Rathauses war hier das Sozialamt untergebracht, wusste Heinz Peters von der Abteilung Grundstücksverkehr der Stadt zu berichten. Die Baracke wurde dann an die Slevogtstraße umgesetzt, war bis in die 90er-Jahre Jugendheim. Weitere Nutzungen waren betreute Spielgruppen und ein Streetwork-Projekt. Auch die Märchenbühne hatte hier ihren Sitz. Noch bis Ende März nutzen der Ruthenberger SV und die Initiative „Open Haart“ das Gebäude.

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