Ehemalige Sick-Kaserne : Stadt plant ein Familienzentrum

Zuletzt wurde die Freifläche der ehemaligen Sick-Kaserne an der Werderstraße 2009 für das Stadtspiel „Neumünstrum“ bebaut.
Zuletzt wurde die Freifläche der ehemaligen Sick-Kaserne an der Werderstraße 2009 für das Stadtspiel „Neumünstrum“ bebaut.

Die Ratsversammlung muss dem Kauf des Areals von der Wobau noch zustimmen. Ein Architektenwettbewerb wird angestrebt.

shz.de von
30. Juni 2014, 05:30 Uhr

Neumünster | Auf dem Gelände der ehemaligen Sick-Kaserne an der Werderstraße soll ein neues Familienzentrum mit Kindertagesstätte, Jugend- und Bildungseinrichtung entstehen. Dafür will die Stadt die Fläche von der Wobau kaufen. Ein entsprechender Antrag wird am Donnerstag vom Bau-, Planungs- und Umweltausschuss beraten. Die Ratsversammlung soll dann am 8. Juli endgültig zustimmen. Die Gesamtbaukosten beziffert die Stadt auf 3,3 Millionen Euro.

Ende August vergangenen Jahres hatte der Rat beschlossen, dass Jugendzentrum Projekthaus von dem zu engen und nicht barrierefreien Standort Wasbeker Straße in einen Neubau zur Werderstraße zu verlegen. Die Stadtverwaltung sollte hierfür einen Kosten- und Finanzierungsplan erarbeiten. Dieser liegt nun vor und bietet ein eindeutiges Ergebnis. Demnach wäre der Bau und Betrieb des Familienzentrums durch die Wobau in den kommenden 25 Jahren deutlich teurer, als wenn die Stadt das Brachgelände kauft und dort selbst aktiv wird. Der Hauptgrund: Die Wobau erhält keine Städtebaufördermittel. Diese liegen nach Berechnung der Verwaltung bei knapp 2,5 Millionen Euro. Zudem müsste die Stadt bei einer Realisierung des Projektes durch die Wobau gut drei Millionen Euro (121 000 Euro pro Jahr) als ortsübliche Miete einplanen. Die Gebäudeunterhaltungs-Kosten hingegen betragen für den gleichen Zeitraum nur 294 000 Euro (11 750 Euro pro Jahr). Entsprechend rät auch das Innenministerium als Fördermittelgeber von der Realisierung des Projektes durch die Wobau ab. Ins Auge gefasste Alternativen an der Wichernschule am Meisenweg sowie am Steinkamp wurden verworfen.

Damit auf dem ehemaligen Kasernengelände ein innovatives und nachhaltiges Familienzentrum entsteht, will die Stadt einen Architektenwettbewerb ausschreiben. Der Bewerbungszeitraum soll nach dem endgültigen Beschluss durch den Rat bekanntgegeben werden.

Fest steht: Das alte Projekthaus an der Wasbeker Straße 87, das weit über den unmittelbaren Einzugsbereich Jugendliche anlockt, soll geschlossen werden. Dort ist die Stadt Mieter. „Der Mietvertrag wird dann nicht weiter verlängert“, sagt Bernd Heilmann von der Stadtplanung. Er spricht von einem „neuen Leuchtturm-Projekt im Westen der Stadt“. Die betroffenen Stadtteilbeiräte sollen bei einer öffentlichen Veranstaltung am 9. Juli über das Vorhaben informiert werden.

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