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„Knöllchen-Bilanz“ : Stadt Neumünster lässt rigoros abschleppen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

711.000 Euro an Verwarn- und Bußgeldern kamen im Jahr 2013 in Neumünster zusammen. Das Durchfahrverbot am Großflecken bescherte viel Arbeit.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 10:42 Uhr

Neumünster | Erwischte Falschparker und Raser bescherten der Stadtkasse im vergangenen Jahr ein Verwarn- und Bußgeldaufkommen von 711 000 Euro. Das geht aus der „Knöllchen-Bilanz“ der Bußgeldstelle hervor. „Es war schon mal schlimmer“, sagte deren Leiterin Alexandra Dunst, die mit Ordnungsamtsleiter Udo Wachholz die Zahlen vorstellte.

Trotz der „Sonderkonjunktur“ durch die Überwachung des Durchfahrverbots am Großflecken gingen die Fallzahlen und auch das Bußgeldaufkommen um zehn Prozent zurück. Einen Grund vermutet Alexandra Dunst darin, dass die Polizei – anders als 2012 – auf groß angelegte Kontrollen auf der Autobahn 7 verzichtete. Der andere Grund ist kurioserweise der Verkehrsversuch. Die sieben städtischen Überwachungskräfte ahndeten hier zwischen dem 6. August und 28. Oktober 2700 Verstöße. Nur ein ertappter Großflecken-„Durchfahrer“ wollte das „Ticket“ von 20 Euro nicht akzeptieren und zog vor Gericht. Die Entscheidung steht noch aus. Allerdings waren bei diesen Kontrollen stets gleichzeitig drei Kräfte gebunden, die für andere Aufgaben wie das Aufspüren von Parksündern ausfielen.

Bei knapp 17.400 Knöllchen ging das Verwarngeldaufkommen für Falschparker um 90.000 Euro zurück. Bei der Überwachung des fließenden Verkehrs konzentrierte sich die Polizei auf schwere Fälle wie das Durchfahren bei roter Ampel (29 Fälle), Geschwindigkeitsübertretungen oder das Fahren unter Drogen (44) und Alkohol (54). Bei insgesamt gut 3600 Fällen wurden auch 152 Fahrverbote verhängt. Auch die Stadt ordnete bei insgesamt fast 7300 Fällen 15 Fahrverbote gegen Raser an. Geblitzt wurde und wird vor allem in Tempo-30-Zonen an Schulen und Kitas.

Selbst vermeintlich harmlose Ordnungswidrigkeiten können teuer werden. So erwischte die Polizei mehr als 400, die Stadt 30 Fahrer beim Telefonieren. „Ob am Steuer im Auto oder am Fahrradlenker – beides ist verboten und kostet 40 Euro“, sagte Alexandra Dunst. Bis zum Jahreswechsel gab dafür sogar noch einen Punkt in der Flensburger Verkehrsünderdatei obendrauf.

Auch die vielen Baustellen in der Innenstadt hielten die Bußgeldstelle im vergangenen Jahr in Atem. „Wir erhielten täglich Mitteilungen der Stadtwerke, dass Busse wegen der geänderten Streckenführung und der Missachtung der Halteverbote nicht mehr durchkamen“, sagte Alexandra Dunst.

Die Stadt geht dabei – inzwischen auch bei temporären Parkverboten während Veranstaltungen wie der Holsten- oder Stoffköste – sehr rigoros vor. „Wir fackeln nicht mehr lange und lassen abschleppen“, sagte sie. Die Falschparker werden zumeist auf den AOK-Parkplatz an der Rudolf-Weißmann-Straße umgesetzt. Das kostet den Parksünder dann locker 200 bis 250 Euro extra – zusätzlich zum Verwarnungsgeld.

Trotz mancher Anfeindungen und nicht gerade üppiger Bezahlung ist der Job bei den Überwachungskräften begehrt: Auf zwei ausgeschriebene Stellen bewarben sich mehr als 500 Interessenten bei der Stadt. Der langläufige Begriff Politesse trifft in Neumünster nicht mehr zu. Inzwischen überwachen auch zwei Vertreter des „starken“ Geschlechts den Verkehr.

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