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Kulturausschuss : Stadt-Milliarde für das Museum

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Tuch + Technik bekommt wie geplant einen Betriebskostenzuschuss von der Stadt. Inflations-Geld hat aber nur historischen Wert.

Neumünster | Die Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses am Donnerstagabend begann mit einem unverhofften Milliarden-Geldregen für das Museum Tuch + Technik. Der Ausschussvorsitzende Bernd Delfs übergab einen Gutschein über „Eine Milliarde Mark“ an Museumsdirektorin Astrid Frevert.

Der Schein trägt das Stadtsiegel und ist vom Magistrat und Stadtverordnetenkollegium unterschrieben – und hat doch nur stadthistorischen Wert. Die Stadtkasse wird die versprochene Auszahlung nicht mehr leisten müssen, denn der Schein stammt vom 15. Oktober 1923.

Es handelt sich um Notgeld, das die Stadt in der Zeit der Hyperinflation nach dem Ersten Weltkrieg ausgab. Der Schein ist ein Geschenk des Philatelisten Rainer Hebel an Bernd Delfs und wurde schon bei der Ausstellung „888 Jahre Neumünster“ in der Stadthalle gezeigt. Den Nennwert von einer Milliarde Mark bezeichnet Hebel sogar als Peanuts. „Der höchste je in Schleswig-Holstein ausgestellte Schein stammt aus Itzehoe und lautete auf 50 Billionen Mark“, weiß Hebel.

Mit der Milliarden-Finanzspritze hat sich auch nicht der Vertrag zwischen der Stadt und dem Museum erledigt, wie Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth witzelte. Einstimmig billigte der Ausschuss die Vorlage der Verwaltung. In einem Vertrag über vier Jahre billigt die Stadt dem Museumsträger, der Stiftung Museum, Kunst und Kultur, einen Betriebskostenzuschuss zu, der erstmals auch Mittel für die Bauunterhaltung vorsieht (der Courier berichtete).

Der Inflationsgeldschein kommt ins Museumsarchiv nach Wasbek und wird dort für mögliche Ausstellungszwecke verwahrt, sagte Museumsdirektorin Astrid Frevert. 

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erstellt am 04.Dez.2015 | 17:46 Uhr

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