StadtPlanung : Stadt lehnt neuen Markt ab

Kieler Straße 65: Der Baustoffhändler Wigger will seinen Fliesenmarkt an die Boostedter Straße verlegen. Auf dem Gelände will ein Hamburger Investor einen Lebensmittelmarkt mit 2800 Quadratmetern bauen. Den Stadtplanern ist das erheblich zu groß.
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Kieler Straße 65: Der Baustoffhändler Wigger will seinen Fliesenmarkt an die Boostedter Straße verlegen. Auf dem Gelände will ein Hamburger Investor einen Lebensmittelmarkt mit 2800 Quadratmetern bauen. Den Stadtplanern ist das erheblich zu groß.

Verwaltung lehnt Pläne für Einkaufscenter an der Kieler Straße als überdimensioniert ab. Am Donnerstag tagt der Bauausschuss

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01. September 2015, 06:30 Uhr

Neumünster | Das Einzelhandelskonzept der Stadt sorgt erneut für Kontroversen: Die Stadtverwaltung lehnt die Pläne für einen neuen Lebensmittelmarkt auf dem Wigger-Gelände an der Kieler Straße ab. Sie hält die Pläne für überdimensioniert und befürchtet negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Innenstadt. Das Thema steht am kommenden Donnerstag, 3. September, im Bauausschuss auf der Tagesordnung.

Ein Hamburger Investor will auf dem hinteren Areal zwischen Bahntrasse und der Häuserfront zur Kieler Straße einen Markt mit rund 2800 Quadratmetern Verkaufsfläche und 180 Parkplätzen bauen (der Courier berichtete). Das Gelände wird in absehbarer Zeit frei, weil der bestehende Fliesenmarkt an die Boostedter Straße verlegt werden soll.

Aus Sicht der Stadt widersprechen die Baupläne für den neuen Lebensmittelmarkt dem Einzelhandelskonzept der Stadt, das den innerstädtischen Handel steuern und eine Kannibalisierung des Handels möglichst verhindern soll. Die von der Stadt selbst auferlegten Regeln lassen großflächigen Lebensmittelhandel nur an so genannten Sonderstandorten zu. Die gibt es derzeit mit dem A  &B-Center an der Baeyerstraße, dem Freesencenter an der Wasbeker Straße und im Störpark am Haart eher in den Außenbereichen der Stadt.

Ein Markt dieser Dimension direkt vor den Toren der Innenstadt würde die Bemühungen schwächen, die Innenstadt als Zentrum des Handels zu stärken, argumentiert Bernd Heilmann von der Stadtplanung. Bei geplanten 2800 Quadratmetern Verkaufsfläche ziele der Markt zwangsläufig auf ein Verbreitungsgebiet ab, das weit über den Nahbereich im Vicelinviertel hinausreiche, heißt es in einer Stellungnahme der Stadtverwaltung. Sprich: Der Markt würde massiv an anderer Stelle Kaufkraft abziehen. Verkraftbar wäre aus Sicht der Stadtplaner an diesem Standort ein Markt mit maximal 800 Quadratmetern.

Ob sich der Bauausschuss der Argumentation der Stadtplaner anschließt, ist allerdings offen. Schon einmal, bei der Genehmigung zur Erweiterung des Modehauses Nortex, war die Politik von den Regeln des Einzelhandels abgewichen. Mit jeder Ausnahme wird das Einzelhandelskonzept aber angreifbarer.

Der Bauausschuss tagt am Donnerstag ab 17.30 Uhr im Neuen Rathaus. Weitere Themen:

> Barrierefreiheit am Einfelder See

> Neuer Nahverkehrsplan

> Parkplätze auf dem Großflecken

> Lärmschutzwand an der Altonaer Straße.

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