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Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 19:20 Uhr

Baustelle : Stadt lässt giftigen Teer entsorgen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der belastete Straßenbelag der Wittorfer Straße wird abtransportiert. Ob weitere Straßen betroffen sind, ist noch unklar.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2013 | 07:30 Uhr

Ein Bild, das ein wenig an einen Roland-Emmerich-Film erinnert bot sich den Autofahrern gestern in der Wittorfer Straße: Bauarbeiter in Gummistiefeln, Einmalanzügen und Atemmasken fegten den belasteten Straßenbelag für die Baggerschaufel zusammen und arbeiteten sich ganz langsam stadtauswärts vor.

Grund für die Schutzmontur sind polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese liegen in der Natur in verschiedenen Verbindungen vor; einige von ihnen sind krebserregend. „Wir wissen nicht, ob die PAK, die in dem Straßenbelag der Wittorfer Straße vorkommen krebserregend sind, aber wir handeln unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen“, sagte Stephan Beitz gestern auf Nachfrage des Couriers.

Auf die Belastung hatten Bauarbeiter aufmerksam gemacht, die beim Aufnehmen der Decke vor drei Wochen einen ungewöhnlichen Geruch wahrgenommen hatten. Tests ergaben eine hohe Konzentration von PAK im Teer.

Der Abtransport des belasteten Straßenbelags soll innerhalb dieser Woche erfolgen, allerdings wird nur der bereits aufgefräste Belag entsorgt. „Wie die Belastung der restlichen Straße aussieht, kann die Stadt zum jetztigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Zunächst ist es oberstes Ziel, die Baustelle noch vor dem Winter fertig zu stellen“, erklärte Stephan Beitz.

Die Belastung im Straßenbelag lässt sich damit begründen, dass der für diese Straße verwendete Belag noch zu Zeiten aufgebracht wurde, als man diesen noch aus Teer herstellte. Dies ist seit den 70er-Jahren in den alten Bundesländern verboten; mittlerweile wird ein Gemisch aus Bitumen und Gesteinskörnung, sogenannter Asphalt als Straßenbelag verwendet.

„Wenn die Baustelle abgeschlossen ist, werden wir genau prüfen, welche weiteren Schritte zu unternehmen sind“, erwiderte Stephan Beitz auf die Frage des Couriers, ob in Neumünster noch andere belastete Straßen existieren. Beitz: „Die Stadt kann noch nicht sagen, was zu tun ist, wenn weitere belastete Straßen entdeckt werden.“

Ratsherr Bernd Delfs (SPD) hat sich unterdessen mit einem Schreiben an Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras gewandt. Darin bittet er um die Beantwortung von zehn Fragen zum Thema. Unter anderem will Delfs erfahren, ob es sich bei der Belastung um einen Einzelfall handelt oder weitere ähnliche Fälle zu befürchten sind. Außerdem fragt er, ob es sich bei den nachgewiesenen PAK tatsächlich um krebserregende handelt und wann der Straßenbelag in der Wittorfer Straße aufgebracht wurde. Er bat um die Beantwortung der Fragen bis zur nächsten Sitzung des Bauausschusses am 14. November.

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