Kitastreik : Stadt kann Eltern beim Kitastreik kaum helfen

Auch Jonah (4) kann nicht in seine Kita in Wittorf. Viele Eltern haben zurzeit ein großes Betreuungsproblem.
Auch Jonah (4) kann nicht in seine Kita in Wittorf. Viele Eltern haben zurzeit ein großes Betreuungsproblem.

Dem Arbeitgeber sind in mehrfacher Hinsicht die Hände gebunden.

shz.de von
28. Mai 2015, 05:00 Uhr

Neumünster | Beim aktuellen Kitastreik können die betroffenen Eltern zurzeit wenig Hilfe von ihrem Vertragspartner, der Stadt, erwarten. Der sind in mehrfacher Hinsicht die Hände gebunden. So ist beispielsweise eine Erweiterung der Notgruppen nicht möglich. „Zurzeit sind alle neun Kitas mit einer oder mehreren Gruppen ausgestattet, die nicht bestreikt werden. Eine Ausweitung würde sofort umgesetzt, sobald mehr Mitarbeiter auf den Streik verzichten“, erklärte Jörg Asmussen, Leiter des Fachdienstes frühkindliche Bildung. Momentan werden 484 Kinder in den Notgruppen betreut. Vom Streik betroffen sind weitere 730 Mädchen und Jungen vom Kleinstkind bis ins Grundschulalter.

Auch auf Tagesmütter und -väter der Kommune können die Eltern nicht zurückgreifen. „Ein zusätzlicher Einsatz von Kindertagespflegepersonen ist nicht möglich, da diese ausgelastet sind“, so Asmussen. Es gibt auch keine finanzielle Hilfe für eine externe Betreuung für die oft doppelt zahlenden Eltern. „Das ist in der Satzung nicht vorgesehen“, erläuterte der Fachdienstleiter. Ähnlich problematisch dürfte es für die Eltern werden, die kurzfristig einen Kitaplatz bei einem nicht-kommunalen Träger bekommen könnten. Sie kommen aus den bestehenden Verträgen nicht ad hoc raus. Ein Sonderkündigungsrecht gibt es laut Satzung nicht.

Damit bleibt den Eltern lediglich die Hoffnung, dass sie nach dem Streik einen Teil ihrer Beiträge zurückerstattet bekommen, wie es Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras in der jüngsten Ratssitzung in Aussicht gestellt hatte (der Courier berichtete). „Für die Ratsversammlung am 14. Juli wird eine Drucksache vorbereitet, die eine Rückzahlungsform beinhaltet. Hier ist die politische Beschlusslage abzuwarten“, erklärte Jörg Asmussen.



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