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Theaterstürmer : Stadt ist mit ihrem Vorzeigeprojekt Vorbild im Land

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Es begann mit vergünstigten Theaterkarten für Schüler. Heute locken auch Workshops mit professionellen Schauspielern junge Theatergänger.

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erstellt am 13.Apr.2014 | 17:00 Uhr

Neumünster | „Junge Leute kann man ansprechen über Musik, Sport und gute Jugendkulturarbeit. Das macht das Kulturbüro sehr gut“, sagte Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth als zuständiger Dezernent am Donnerstag im Schul-, Kultur- und Sportausschuss. Das Lob galt dem Projekt Theaterstürmer. „Wir haben damit eine Vorbildfunktion im Land“, sagte Agnes Trenka vom Kulturbüro.

Die Initiative begann 2011 mit einem vergünstigten Theaterkartenangebot für Schüler. Inzwischen gibt es als zweite Säule auch Theater-Workshops mit professionellen Schauspielern. „Die Nachfrage ist deutlich größer als das Angebot“, sagte Agnes Trenka. Allein in der Spielsaison 2013/2014 lockte das Theaterstürmer-Programm rund 1600 Schüler zu den acht Vorstellungen ins Theater. Dazu kamen noch einmal gut 550 Teilnehmer bei den Theater- und Poetry-Slam-Workshops. Neu ist eine Kooperation mit der Volkshochschule, um auch Jugendliche auf dem zweiten Bildungsweg zu erreichen.

Humpe-Waßmuth erinnerte daran, dass das Projekt dem Sparzwang auch im Kulturbereich geschuldet ist. Als das Opern-Abo im Rahmen der Haushaltskonsolidierung eingestellt wurde, reservierte die Stadt 10 000 Euro der eingesparten Mittel für die Kooperation von Theater und Schule. Mit Erfolg: „Das Theaterpublikum ist jünger geworden.“

In der Ausschusssitzung stellte sich auch Heike Wienands von der Schulpsychologischen Beratungsstelle der Stadt vor. Sie ist an der Franz-Rohwer-Straße hinter dem Kiek In angesiedelt. Die Beratung ist freiwillig , kostenfrei und vertraulich. „Ich bin neutral, weil ich von keiner Schule komme und der Schweigepflicht unterliege“, sagte Heike Wienands. Etwa 250 Anfragen pro Jahr bearbeitet die Diplom-Psychologin und Kinderpsychotherapeutin, die vom Kreis Plön zur Stadt Neumünster gewechselt war und diesen Schritt nicht bereut. „Hier in Neumünster ist man sehr gut vernetzt“, sagte Heike Wienands, die sich in erster Linie als Anlaufstelle für die Schulen versteht. „Ich bin auch für die Krisenintervention da. Hier hat sich seit Erfurt viel getan“, sagte sie.

Die vorläufigen Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen interpretierte Schuldezernent Humpe-Waßmuth so: An zwei Schulen gebe es noch Restplätze, die beiden früheren Gesamtschulen müssten nach wie vor Anmeldewünsche ablehnen – „aber nicht mehr so viele wie früher“. Auch bei den Gymnasien sei das Verhältnis von Anmeldungen und Kapazität mit Ausnahme der Immanuel-Kant-Schule ausgeglichen.

Sorgen machen Humpe-Waßmuth die Förderschulen. Das Land will sie auflösen und Förderschüler in den Regelschulen beschulen. „Das ist, vorsichtig ausgedrückt, optimierungsfähig“, so Humpe-Waßmuth. Wenn die Anforderungen an die Inklusion zu hoch gesetzt werden, sei das kontraproduktiv, da nicht zu bezahlen.

 

 

 

 

 

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