Empfang im Rathaus : Stadt heißt ihre Neubürger willkommen

Christianan Ajijola (von links), Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger, Udo Wachholz, Fachdienstleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Suha Kanaan Mohammed, Ibrahim Ortacer, Vorsitzender Forum der Vielfalt, Esther und Rainer Zett sowie ihre beiden Kinder Amos und Isabella waren die Gäste beim Einbürgerungsempfang im Rathaus.
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Christianan Ajijola (von links), Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger, Udo Wachholz, Fachdienstleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Suha Kanaan Mohammed, Ibrahim Ortacer, Vorsitzender Forum der Vielfalt, Esther und Rainer Zett sowie ihre beiden Kinder Amos und Isabella waren die Gäste beim Einbürgerungsempfang im Rathaus.

Bei einem offiziellen Empfang erzählten einige Migranten ihre Geschichte. In Neumünster leben Menschen aus rund 120 Nationen.

shz.de von
22. Mai 2015, 05:30 Uhr

Neumünster | 2005 war das Schicksal von Suha Kanaan Mohammed noch völlig ungewiss. Die damals 31-jährige Journalistin wurde in ihrer Heimatstadt Bagdad im Irak politisch verfolgt und floh in Richtung Deutschland. Ihrem Asylantrag wurde 2008 in Halberstadt stattgegeben. Suha Kanaan Mohammed packte erneut ihre Koffer und zog zu ihrer Schwester nach Neumünster. 2014 erhielt sie als eine von 92 Neu-Neumünsteranern ihre offizielle Einbürgerungsurkunde, am Mittwochabend war sie gemeinsam mit 14 weiteren Neubürgern zum ersten Einbürgerungsempfang der Stadt ins Rathaus-Foyer gekommen.

„Ich lebe gerne in Neumünster, auch weil meine Schwester, mein Schwager und meine drei Neffen hier wohnen. Jeder Neuanfang in einem fremden Land ist schwer. Meine Familie gibt mir Halt“, erklärte Suha Kanaan Mohammed ihre Entscheidung, in Neumünster zu bleiben. Sie würde gerne als Übersetzerin arbeiten, aber die Ausbildung sei sehr teuer. Sie habe deshalb entschieden, eine Umschulung zur Altenpflegerin zu machen. Ein Schritt, den Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras in seiner Begrüßungsrede aufgriff: „Es ist Zeit, dass wir uns den Realitäten einer kulturell immer vielfältiger werdenden Gesellschaft stellen“, sagte Tauras. „Angesichts der gravierenden Veränderungen können wir es uns nicht länger leisten, auf das Potenzial von Zuwanderern zu verzichten. Jeder einzelne von Ihnen, ganz gleich, woher er kommt, macht Neumünster reicher, vielfältiger und bunter“, wandte sich der Oberbürgermeister an seine Gäste.

Rund 78 000 Menschen aus rund 120 Nationen leben in Neumünster. 2013 lag der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund bei schätzungsweise 17 Prozent, der Anteil von Nicht-Deutschen bei rund 7 Prozent. Vor zwei Jahren gehörte Pawel Bejner (36) noch zu diesen 7 Prozent. Der gebürtige Pole lebt seit mehr als 30 Jahren in Deutschland. „Ich wollte meine polnische Staatsangehörigkeit nie aufgeben. Aber als die doppelte Staatsbürgerschaft eingeführt wurde, habe ich den Einbürgerungstest gemacht und ihn bestanden“, erzählte Bejner. Er könne jetzt wählen und habe nicht mehr so viel bürokratische Dinge zu erledigen, ansonsten habe sich sein Leben nicht geändert, resümierte er.

Die Nigerianerin Christianan Ajijola und die Kenianerin Esther Zett kamen der Liebe wegen nach Neumünster. Da sie ihren Mann, der seit 20 Jahren in Deutschland lebt, nicht nur im Urlaub sehen wollte, zog die 46-jährige Christianan Ajijola vor sieben Jahren nach Neumünster. „Neumünster gefällt mir“, sagte sie. Auch deshalb habe sie sich für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden. Esther Zett traf ihre große Liebe, Rainer Zett, vor sieben Jahren auf der Kieler Woche. Ein Jahr später heirateten sie im Neumünsteraner Standesamt. Inzwischen ist Familie Zett zu viert. Beim Einbürgerungsempfang waren alle dabei.

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