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Verkehrsversuch : Stadt hält trotz Baustellenflut am Zeitplan fest

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Baustellen lassen Autofahrer immer neue Wege suchen. Verwaltung stellt Orientierungsplan ins Internet

von
erstellt am 08.Okt.2013 | 05:00 Uhr

Auch drei Monate nach dem Start des Verkehrsversuchs läuft die Verkehrsberuhigung der Innenstadt offenbar noch nicht so rund, wie die Planer sich das gedacht haben – oder auch nur anders: Während es auf dem Großflecken noch immer viele Durchfahrer gibt, stehen drumherum viele Autofahrer baustellenbedingt im Stau. Auf ihrer Internetseite will die Stadt den Autofahrern jetzt mehr Orientierung bieten. In einem neuen Übersichtsplan werden dort ab sofort neben allen Parkhäusern und Parkplätzen auch die aktuelle Verkehrssituation inklusive Baustellen und Umleitungen dargestellt.

Hintergrund ist offenbar, dass sich die Autofahrer angesichts der zahlreichen Baustellen in ihrer Not rund um den Stadtkern immer neue Wege durch die Stadt suchen und dabei neue Verkehrsstaus auslösen. Das bringt nicht nur die Autofahrer in Nöte, sondern auch die Beobachter, die die Auswirkungen des laufenden Verkehrsversuchs Großflecken dokumentieren sollen. Die spannende Frage: Wieweit verfälschen veränderte Verkehrsströme die Ergebnisse des Verkehrsversuchs? Würden sich die Autofahrer möglicherweise ganz anders verhalten (und fahren), wenn es die Baustellen nicht gäbe?

Verkehrsplaner Michael Köwer bestritt gestern allerdings einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Verkehrsversuch und Baustellen: „Wir gehen nicht davon aus, dass wir wieder mehr Durchgangsverkehr in der Innenstadt haben, wenn wir die Baustellen wieder öffnen“, sagte Köwer. Der Verkehrsplaner mag lediglich indirekte Auswirkungen einräumen. So führten etwa die Sperrungen in der Boostedter und in der Wittorfer Straße derzeit zu deutlich mehr Verkehr auf Teilabschnitten des Ringes, weil jetzt die Altonaer Straße stadteinwärts diesen Verkehr aufnehmen müsse, sagte Köwer. Möglichst störungsfreie Verkehrsströme auf dem Ring aber waren und sind Voraussetzung für die versuchsweise Sperrung des Großfleckens.

Köwer sieht dennoch keine Veranlassung, am Zeitplan für den halbjährigen Versuch zu rütteln. Er verweist darauf, dass die Testphase ja noch zwei bis drei Monate weiterlaufe, wenn die Baustellen an Wittorfer und Boostedter Straße (Ende Oktober /November) wieder aufgehoben seien.

In dem von der Stadt ins Internet gestellten Übersichtsplan sind die begleitenden Maßnahmen zum Verkehrsversuch (Sperren, Einbahnregelungen in benachbarten Wohnstraßen) ebenso eingetragen wie die aktuellen Baumaßnahmen, die die Verkehrsströme derzeit zwangsläufig umleiten. Der Übersichtsplan soll je nach Baufortschritt aktualisiert werden.

Besucher, die mit dem Auto in die Innenstadt wollen, sollen sich damit bereits vor dem Start jederzeit über die aktuelle Verkehrssituation in der Innenstadt und die Erreichbarkeit der verschiedenen Parkplätze informieren können, hofft Köwer.

Nach Einschätzung der Stadtplaner können Autofahrer trotz der Durchfahrsperre auf dem Großflecken jedes Ziel in der Innenstadt problemlos ansteuern. Das Durchfahrverbot habe kaum Auswirkungen für Autofahrer mit dem Ziel Innenstadt, heißt es. Auch zum Erreichen fast aller Parkmöglichkeiten sei das Befahren des Großfleckens nicht erforderlich. Einschränkungen ergeben sich aus Sicht der Stadt lediglich bei der Anfahrt zur Holstenstraße, die nur über die südliche Großflecken-Zufahrt (Rathaus) angefahren werden kann, sowie zum Parkplatz Am Klostergraben, der nur über den nördlichen Großflecken (Gänsemarkt) erreichbar ist. Der Karstadt-Parkplatz kann von beiden Seiten aus angefahren werden.

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