Tungendorf : Stadt bremst Flohmarkt aus

Schwer enttäuscht:  Weil die Stadt Halteverbote auf Kosten der Veranstalter forderte, sagten  Gabi Langer (links) und ihre Nachbarin Ute Hahne den für Sonntag geplanten „Drive-In-Flohmarkt“  am Unterjörn kurzfristig  ab.  Der Markt sei eine reine Spaßveranstaltung.  „Wir verdienen nichts, die 900 Euro können wir nicht  bezahlen!“
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Schwer enttäuscht: Weil die Stadt Halteverbote auf Kosten der Veranstalter forderte, sagten Gabi Langer (links) und ihre Nachbarin Ute Hahne den für Sonntag geplanten „Drive-In-Flohmarkt“ am Unterjörn kurzfristig ab. Der Markt sei eine reine Spaßveranstaltung. „Wir verdienen nichts, die 900 Euro können wir nicht bezahlen!“

Weil die Veranstalter nach fünf Jahren plötzlich Halteverbote einrichten sollen, ist der „Drive-in-Flohmarkt“ am Unterjörn für Sonntag abgesagt.

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05. September 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Gabi Langer versteht die Welt nicht mehr: Fünf Jahre lang ging der „Drive-in-Flohmarkt“ am Unterjörn problemlos über die Bühne, erfreute sich bei den Nachbarn und den Tungendorfern großer Beliebtheit. „Jetzt wirft uns die Stadt plötzlich Knüppel zwischen die Beine“, empört sich die Tungendorferin. Weil der Bus sonst nicht mehr durchkomme, sollten die privaten Flohmarkt-Betreiber für ihren bunten Rummel am Unterjörn die Straße vor ihren Haustüren mit Halteverbotsschildern bestücken, machte die Stadt zur Auflage. „Das hätte uns 900 Euro gekostet“, klagt Gabi Langer. Konsequenz: Der für diesen Sonntag geplante Flohmarkt ist deshalb abgesagt.

„Warum wird unsere Nachbarschaftsinitiative kaputtgemacht, wo doch in der Vergangenheit alles glatt lief?“, fragen sich Gabi Langer und ihre Nachbarn. „Unsere Flohmarktstände stehen ausschließlich in unseren Vorgärten auf privatem Grund, wir blockieren keinen öffentlichen Raum.“

Das räumt man auch bei der Stadt ein. Davon, dass „alles glatt lief“, könne allerdings zumindest mit Blick auf das vergangene Jahr keine Rede sein, wies Stadtsprecher Stephan Beitz gestern die Kritik der Anlieger zurück: Weil vor den Flohmarkt-Vorgärten auf beiden Seiten geparkt wurde, sei den Stadtbussen der Weg durch den Unterjörn versperrt gewesen. Die Busse konnten mehrere Haltestellen nicht anfahren und mussten einen Umweg nehmen. Die Stadtwerke beschwerten sich bei der Stadt.

„Natürlich können wir Umleitungen einplanen, wenn die Stadt das wünscht“, begründete SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt gestern den Einspruch. Man könne die von einer privaten Veranstaltung verursachten Mehrkosten im Busbetrieb aber nicht einfach an die Buskunden weiterreichen, so Schmidt. Ähnlich argumentiert Stadtsprecher Stephan Beitz: Die Stadt könne das genehmigen, aber der Veranstalter müsse dann auch die Kosten für die Auflagen übernehmen, die eventuelle Verkehrsprobleme ausschließen sollen. Das sei übliches Verfahren.

Gabi Langer und ihren Mitstreitern nützt das nichts: „Wir verdienen nichts bei dem Flohmarkt. Wenn die Auflagen bleiben, ist die Spaßveranstaltung nicht mehr zu organisieren“, bedauert die Tungendorferin.

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