Stadtteilbeirat : Stabwechsel in Tungendorf

Henning Möbius (Mitte) reichte die Sitzungsglocke an Jürgen Böckenhauer weiter. Von den Kollegen im Stadtteilbeirat gab es als Abschiedsgeschenk ein Foto des Volkshauses, das Klaus Grassau überreichte.
1 von 2
Henning Möbius (Mitte) reichte die Sitzungsglocke an Jürgen Böckenhauer weiter. Von den Kollegen im Stadtteilbeirat gab es als Abschiedsgeschenk ein Foto des Volkshauses, das Klaus Grassau überreichte.

Henning Möbius (70) wurde nach 36 Jahren im Stadtteilbeirat, davon 32 als Vorsitzender, verabschiedet. Neuer Stadtteilvorsteher ist Jürgen Böckenhauer

23-12990414_23-55968518_1382712333.JPG von
14. März 2014, 07:15 Uhr

Neumünster | Die Tungendorfer müssen sich erst noch daran gewöhnen, dass ihr „Bürgermeister“ Henning Möbius (70, SPD) jetzt auf den Publikumsrängen Platz nimmt und nicht mehr die Sitzungen des Stadtteilbeirats leitet. Seit 1982 war der frühere Förderschulleiter der Stadtteilvorsteher. Im Januar trat er zurück, um Jüngeren Platz zu machen. Sein Nachrücker im Beirat, Rico Kroll (34, SPD), war noch nicht einmal geboren, als Möbius 1978 in das damals neu geschaffene Gremium eintrat.

Für seinen Rechenschafts- oder besser Erfahrungsbericht über 36 Jahre Arbeit des Stadtteilbeirats war Henning Möbius extra noch einmal die alten Sitzungsprotokolle durchgegangen. Sein Fazit: „Die Bürger haben Interesse gezeigt und sich ernst genommen gefühlt.“ Der Stadtteilbeirat sei so „ein tragendes Element für Demokratie vor Ort“. In Tungendorf habe die Parteizugehörigkeit nie eine Rolle gespielt. Es gab „keine inszenierten Kampfabstimmungen, keine Fensterreden“. Gestritten wurde immer für ein gemeinsames Ziel um der Sache willen. Und die Bürger wüssten zu schätzen, dass sie im Volkshaus ihre Klagen loswerden können, mitplanen können und viele Informationen aus erster Hand erhalten.

Henning Möbius’ einstimmig gewählter Nachfolger Jürgen Böckenhauer will es ähnlich halten. „Wir haben mit der Überparteilichkeit ein hohes Gut fortzusetzen. Auch ich möchte ein Ansprechpartner für die Bürger sein“, sagte er. Der 49-Jährige ist verheiratet, hat eine Tochter, leitet bei der Arbeitsagentur die Berufsberatung und saß 15 Jahre lang als SPD-Ratsherr in der Ratsversammlung.

„Ich wohne aber in der Gartenstadt“, räumte Jürgen Böckenhauer ein. Die Tungendorfer werden es ihrem neuen Stadtteilvorsteher nachsehen. „Ich bin in Tungendorf geboren, an der Rosenstraße, am Mitteljörn und am Hürsland aufgewachsen und kenne den Stadtteil“, sagte Böckenhauer, der auch aktives Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Tungendorf ist.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen