Staatsschutz ermittelt

Pascal Micheel (links) und Markus Brennecke versuchen, die grüne Farbe  von der Tür zu entfernen. Zwei Scheiben sind eingeworfen, vermutlich mit Ziegeln vom Gehweg. Foto: Ziehm
Pascal Micheel (links) und Markus Brennecke versuchen, die grüne Farbe von der Tür zu entfernen. Zwei Scheiben sind eingeworfen, vermutlich mit Ziegeln vom Gehweg. Foto: Ziehm

Unbekannte warfen Scheiben der Gaststätte Titanic ein

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04. Mai 2012, 03:59 Uhr

Neumünster | In der Nacht zu gestern klirrten an der Wippendorfstraße die Scheiben. Unbekannte warfen bei der Kneipe Titanic zwei Scheiben ein und besprühten die Eingangstür mit grüner Farbe. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Die Gaststätte gilt in der linken Szene als Neonazi-Treff.

"Ein politischer Hintergrund ist zu vermuten", hieß es vom zuständigen Kommissariat der Kripo Kiel. Am Tatort waren Flugblätter der sogenannten Antifaschistischen Aktion zurückgelassen worden. Sie rief unter dem Slogan "Farbe bekennen" und "Grüne Farbe in den braunen Alltag" unter anderem dazu auf, "den Naziaufmarsch am 1. Mai in Neumünster anzugreifen". Ein Bekennerschreiben ähnlich dem nach Farbschmiereien am "Club 88" in Gadeland in der Nacht auf den 24. März liegt aber bisher noch nicht vor.

"Ich wurde morgens um 6 Uhr aus dem Bett geholt, habe mir die Bescherung angeschaut und die Polizei benachrichtigt", sagte Pascal Micheel, der Sohn des Titanic-Wirts Horst Micheel. Der zeigte einen der Ziegelsteine, mit dem die Scheiben eingeworfen wurden, und schätzte den Schaden auf mehr als 1000 Euro. "Hier im Haus wohnen türkische Mitbürger mit Kinder. Wer macht so einen Scheiß?", fragte Horst Micheel und betonte: "Von hier geht keine Gewalt aus, wir sind nicht politisch engagiert, und hier hängen keine NS-Embleme." Auch für Stammgast Jan Behrens ist alles "Spinnerei, was über uns erzählt wird. Alle Nationen kommen zu uns zum Dart-Spielen."

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