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Unternehmensverband : Sprechtage reichten nicht mehr aus

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vor genau 50 Jahren errichtete der Unternehmensverband eine eigene Geschäftsstelle in Neumünster. Gefeiert wird das Jubiläum am 9. Mai

Neumünster | „Rendsburg war die heimliche Hauptstadt der Verbände, Neumünster das hässliche Entlein. Wir machten die Sprechtage im Büro einer Schrottfirma – ohne große Resonanz“, erinnert sich Klaus Haller an den Auftrag, für den Unternehmensverband Mittelholstein in Neumünster eine Geschäftsstelle einzurichten. Das war vor genau 50 Jahren am 1. April 1967, und der Verband hieß da noch „Unternehmensverband Rendsburg/Neumünster e.V.“

Die erste Adresse war die ehemalige Volksbank am Großflecken 37, der Bestand an Mitgliedsunternehmen war deutlich geringer als in Rendsburg. Haller, Geschäftsführer bis 1988, brachte Ideen wie den Arbeitskreis Schule/Wirtschaft mit und pflegte den ständigen Kontakt zu den Gewerkschaften. Er hatte einen guten Draht zu Neumünsters DGB-Vorsitzendem, dem späteren Stadtpräsidenten Herbert Winkler (SPD). „Das mit dem Gesprächskreis schlief später etwas ein“, sagt Gerd Kühl, der Haller als Geschäftsführer folgte und 2013 beim UVM in den Ruhestand ging.

Die Aufgaben damals wie heute sind die Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit, Interessenvertretung, Rechtsberatung und Prozessvertretung. Die Anfänge des kommunalpolitischen Bierabends reichen bis in das Jahr 1969 zurück. Der Strukturwandel vom Produktionsstandort zur Stadt der Dienstleister spiegelt sich auch im UVM wider. „In den 70er- und 80er-Jahren hatten wir noch Großfirmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, dann wurde der Unternehmensverband auch für kleinere und mittlere Unternehmen interessant“, so Kühl. „Neumünsters Wirtschaft verspürt zurzeit einen Boom. Wir warten auf das 500. Mitglied“, sagt der UVM-Vorsitzende Jens van der Walle: „Als ich 2008 anfing, hatten wir 330 Mitglieder.“

Die Geschäftsstelle, die unter Klaus Haller ein Ein-Mann-Betrieb mit Bürodame war, wird heute von drei Juristen und drei Rechtsanwaltsfachangestellten betreut. Es gab auch mehrere Standorte. Nach dem Großflecken 37 wechselte der UVM zum Kuhberg 7a, war dann von 1982 bis 2010 an der Rendsburger Straße 7-9 und ist seither in der Papierfabrik an der Gartenstraße 10 zu Hause. Dr. Martina Tambert-Thomas, Geschäftsführerin von 2013 bis 2016, begründete hier 2011 das Format der lockeren Feierabendgespräche. Seit dem vergangenen Jahr leitet Bianka Lohmann die Geschicke der UVM-Geschäftsstelle. Offiziell gefeiert werden soll das Jubiläum mit einem Empfang am 9. Mai im Forum der Holstenhallen.

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erstellt am 02.Apr.2017 | 10:00 Uhr

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